von Redaktion

Sie stapeln sich bereits in Umzugskartons: die Briefwahlunterlagen der Kolbermoorer Wähler. Denn: Der Trend zur Briefwahl ist ungebrochen, an die 3300 Briefwahlunterlagen wurden bereits ausgegeben. Weitaus mehr als zuletzt. Umstrukturierungen sind bereits erfolgt.

Trend zur Briefwahl ungebrochen

Kolbermoor – Briefwahl gemütlich daheim am Küchentisch anstatt am Wahlsonntag in der beengten Wahlkabine – dieser Trend machte sich bereits zur Bundestagswahl im vergangenen Jahr bemerkbar. Und er setzt sich fort in Kolbermoor: Seit 10. September werden im Rathaus die Wahlunterlagen ausgegeben – und der Andrang ist ungebrochen.

Schönes Wetter,

mehr Briefwähler

Bis gestern waren bereits knapp 3300 Briefwahlunterlagen über die Rathaustheke gegangen. Mit weiteren Anfragen wird gerechnet. „Vor allem, wenn schönes Wetter vorhergesagt wird, schwenken noch einmal viele auf Briefwahl um“, weiß Ordnungsamtsleiter Albert Paukert, im Kolbermoorer Rathaus für die Wahlen zuständig.

Er hat sich entsprechend gewappnet – und für Kolbermoor insgesamt 4000 Briefwahlunterlagen für die anstehende Landtags- und Bezirkstagswahl geordert. Orientiert hat er sich an der Bundestagswahl 2018: Damals hatten knapp 3700 Kolbermoorer von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch gemacht. 2013, zur letzten Landtags- und Bezirkstagswahl, waren es noch knapp 2700. Mit einen Grund für die steigende Anzahl an Briefwählern sieht Paukert in der inzwischen unkomplizierten Möglichkeit, die Unterlagen auch online beantragen zu können oder gar per Barcode via Smartphone. „Mehr als die Hälfte aller Anträge gehen bei uns mittlerweile online ein“, so Paukert.

Die Stadt Kolbermoor hat auf das sich ändernde Wahlverhalten bereits reagiert: Die Anzahl der Stimmbezirke wurde von 24 auf 16 reduziert, stattdessen die Briefwahlbezirke von sechs auf acht erhöht. Dennoch muss sich kein Wähler, der diesen Sonntag in Kolbermoor zur Wahlurne schreiten will, sorgen, sein gewohntes Wahllokal nicht mehr vorzufinden: Sämtliche Örtlichkeiten bleiben erhalten, wie Wahlchef Paukert versichert, einzig die Anzahl der Stimmbezirke in den einzelnen Einrichtungen wie in den Schulen oder Kindergärten wurden reduziert. „Dort gibt es jetzt eben nur noch ein oder zwei statt bislang drei oder mehr Stimmbezirke“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir haben nur umstrukturiert.“

Erhöht hat sich einmal mehr die Anzahl der Wahlberechtigten in Kolbermoor: Knapp 13400 Bürger dürfen diesen Sonntag zwischen 8 und 18 Uhr ihre Stimmen zur künftigen Zusammensetzung von Landtag und Bezirkstag abgeben – 2013 waren es noch 13232 Wahlberechtigte zur Landtagswahl im Herbst.

Ins Schwitzen brachte Paukert in der Vorbereitungsphase die Rekrutierung der Wahlhelfer: „So zäh wie nie“, gesteht er. Insgesamt 168 Helfer werden zum Auszählen und Dokumentieren benötigt, sieben pro Stimmbezirk. „Die haben wir knapp beisammen, krank werden darf niemand“, betet Paukert.

Keine Sorgen hat dem Wahl-Chef diesen Herbst die Plakatierung bereitet: Man hatte die offiziellen Wahltafeln auf neun Stück reduziert, das Bestücken nach Wahlvorschlag festgesetzt – insgesamt 18 Felder, versehen mit exakten Vorgaben. „Wir hatten keinerlei Probleme damit, wurde falsch geklebt, mussten es die Parteien unter sich ausmachen“, so Paukert.

Nachfolger werden bereits eingearbeitet

Alles bereit – entsprechend entspannt blickt Paukert dem Wahlsonntag entgegen. Zumal er tatkräftig unterstützt wird: Seinen designierten Nachfolger Thomas Rothmayer und Ordnungsamtsmitarbeiterin Daniela Fritz hat sich Paukert bereits mit ins Boot geholt. Sie sollen ab Ende 2019, wenn er selbst seinen Ruhestand antritt, den Bereich Wahlen übernehmen – und werden nun mit den Aufgaben vertraut gemacht.

Weitergeben an die jungen Kollegen kann Paukert (62) eine Menge, insbesondere an Tipps und jahrelanger Erfahrung: Schließlich ist er seit dem Jahr 2000 Wahlleiter in der Stadt Kolbermoor und war auch schon Jahre zuvor in seiner Zeit als Mitarbeiter im Meldeamt bei den Wahlen tätig – seit 1980.

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