Tiere sollen vorübergehend in Container auf dem Tierheimgelände ziehen
Weiterer Schritt in Richtung Neubau
Kolbermoor – Der Tierschutzverein Rosenheim will sich dank einer ebenso großzügigen wie zweckgebundenen Erbschaft den Traum vom Neubau seines Tierheims Am Gangsteig 54 in Kolbermoor realisieren (wir berichteten). Um den eingeschränkten Tierheimbetrieb für die Dauer der Bautätigkeit aufrechterhalten zu können, will man Tiere vorübergehend in Containern auf dem nordöstlichen Bereich des Grundstücks unterbringen. Da das Tierheim auf Rosenheimer Stadtgrund liegt – die Stadt Kolbermoor ist Eigentümer der Zufahrt Am Gangsteig – war der Bauausschuss Kolbermoor nur im Zuge der Nachbarbeteiligung mit dem Antrag befasst. Deutlich wurde in der Diskussion aber, dass Kolbermoor von dem Vorhaben weitaus mehr tangiert sei als Rosenheim: „Von Rosenheimer Seite aus gesehen, ist das nur ein Außenbereich“, meinte etwa Dagmar Levin. „Bei uns grenzt es direkt an die Wohnbebauung an.“
Der Tierschutzverein will die Containeranlage mit einer Länge von 28 Metern und einer Breite von sechs Metern sowie einen WC-Vorbau (2,45 mal drei Meter) im nordöstlichen Teil seines Grundstücks aufstellen und zwei bestehende Garagen versetzen. Die Container sollen „temporär“ genutzt werden; man geht von rund drei Jahren aus. Bei den Containern handelt es sich um „fliegende Bauten“, die laut Baurecht genehmigungspflichtig sind.
Die Verwaltung hatte zu bedenken gegeben, dass in der Stadtratssitzung vor einem Jahr eine Veränderungssperre für das Areal erlassen worden sei. Im Rahmen der Bauleitplanung sei im Bereich der Gemarkungsgrenze eine öffentliche Straßenverkehrsfläche geplant. Kolbermoor legt in diesem Zusammenhang Wert darauf, dass die Erschließung des Tierheims von Rosenheim aus erfolgen muss. Die rechtlichen und örtlichen Gegebenheit (Privatstraße, Straßenbreite und -zustand) ließen eine Erschließung über das Gebiet der Stadt Kolbermoor nicht zu. „Eine Steigerung des bereits vorhandenen und unerwünschten Umfahrungsverkehrs zwischen Rosenheim und Kolbermoor, über die Flieger-Kapelle, kann nicht akzeptiert werden“, so auch Bürgermeister Peter Kloo. Er wies auch noch einmal darauf hin, dass wegen der nahen Wohnbebauung ein Lärmschutzgutachten zwingend erforderlich sei.
Er betonte aber, dass die geplanten Container weiter abgerückt und besser isoliert als die jetzigen Räumlichkeiten („in denkbar schlechtem Zustand“) seien.
Dagmar Levin (SPD) konnte sich mit der Sache allerdings gar nicht anfreunden: Zum Thema „temporär“ meinte sie, dass hier Fakten geschaffen würden, und dass nichts so beständig sei wie ein Provisorium. „Ich halte davon nicht viel, es gibt hier so viele Unwägbarkeiten.“
Sebastian Daxeder (CSU) fand es in Sachen Lärmemission vorteilhaft, dass die Container weiter weg von der Bebauung wären. Er schlug vor, in den Beschlussvorschlag mit aufzunehmen, dass aus der temporären Aufstellung kein Dauerzustand werden dürfe, dass die Container also nicht zusätzlich zum geplanten Neubau des Tierheims stehen bleiben dürfen.
So wurde es auch formuliert, und die Beschlussfassung erfolgte mehrheitlich (gegen die Stimme von Dagmar Levin). fl