Gesperrt für Autofahrer: die Einmündung Grillparzerstraße in die Straße Am Glasberg. Dort finden Bauarbeiten statt. Die Tonwerksunterführung (rechts unten) ist nur in Einbahnrichtung nordwärts befahrbar – und die Polizei kontrolliert.Foto Ordnungsamt KOlbermoor

Gesperrt für Autofahrer: die Einmündung Grillparzerstraße in die Straße Am Glasberg. Dort finden Bauarbeiten statt. Die Tonwerksunterführung (rechts unten) ist nur in Einbahnrichtung nordwärts befahrbar – und die Polizei kontrolliert.Foto Ordnungsamt KOlbermoor

Die Bauarbeiten nördlich der Tonwerksunterführung verzögern sich – entsprechend verlängert sich die Umleitungsregelung. Geplante Freigabe nun: 26. Oktober. Große Probleme bereiten uneinsichtige Autofahrer, die die Unterführung entgegen der Einbahnregelung befahren. Die Polizei kontrolliert.

Die Einbahnregelung durch die Tonwerksunterführung soll der Sicherheit der Schulkinder dienen – sie darf nur mehr in dieser Richtung befahren werden. Foto ih

Autofahrer ignorieren Einbahnregelung

Kolbermoor – Die geplante Aufweitung der Tonwerksunterführung wirft ihre Schatten voraus: Sie soll, wie berichtet, möglichst im Jahr 2020 verbreitert, mit Geh- und Radwegen versehen und auch die Durchfahrtshöhe erhöht werden. Dazu mussten nun die Wasser- und Abwasserleitungen, die unter der Unterführung hindurchführen, verlegt werden – nach Westen und nach Osten, wofür eigens Spezialbohrungen unter den Gleisen hindurch notwendig waren.

In einem weiteren Schritt erfolgen nun die Anschlüsse an das Leitungsnetz auf der Nordseite – wozu wiederum Sperrungen der Straße Am Glasberg notwendig sind. Seit Mitte September ist die Einmündung der Grillparzerstraße in die Straße Am Glasberg komplett gesperrt, Autos werden großräumig umgeleitet.

Durchfahren werden kann die Tonwerksunterführung – allerdings die Bauzeit über nur in Einbahnrichtung von der Hasslerstraße nordwärts. Hintergrund: Fußgängern und Radlern, Letztere schiebend, will man somit ein gefahrloses Passieren der Tonwerksunterführung ermöglichen, insbesondere den Schulkindern am Morgen.

Doch der Wildwuchs war schnell groß: Eine Vielzahl an Autofahrern ignorierte die Einbahnregelung, durchquerte entgegen der Fahrtrichtung die Unterführung – „viele haben mutwillig die Beschilderung ignoriert“, berichtet Ordnungsamtsleiter Albert Paukert, der sich selbst mehrfach vor Ort von der problematischen Situation überzeugt hat. „Manche sind trotz Hinweis einfach weitergefahren“, ärgert er sich. Und des Öfteren habe er zu hören bekommen: Man müsse doch nur schnell zur Schule rüber. „Dabei ist die Regelung doch dazu da, die Schulkinder nicht zu gefährden“, schüttelt Paukert nur den Kopf.

Die Kontrollen vor Ort hat inzwischen längst die Polizei übernommen. Dienststellenleiter Mario Huber zufolge kommt es dabei immer wieder zu Beanstandungen. „Unsere Dienstgruppen kontrollieren regelmäßig und wir haben teilweise relativ viele Beanstandungen“, erklärte er auf Anfrage unserer Zeitung. Regelmäßig würden Verwarnungen ausgesprochen – 25 Euro sind dann zu berappen. Liegt eine Gefährdung vor, werden es auch mehr, wie Viviane Wagner weiß, die Jugendverkehrserzieherin der Polizei Bad Aibling. Es wurden aber nicht nur Verwarnungen ausgesprochen: „Über 50 Autofahrer und Radler haben die Kollegen schon daran gehindert, durchzufahren.“

Denn: Haarsträubend sind Paukert zufolge aber nicht nur viele Autofahrer, auch so mancher Radler lässt den Ordnungsamtsleiter verzweifeln: Sie rasen von der Grillparzerstraße kommend über den Gehweg in Richtung Unterführung – obwohl sie eigentlich absteigen müssten. „Da spielen sich haarige Szenen ab, man kann manchmal nur noch zur Seite springen“, weiß Paukert aus eigener Erfahrung. Besonders extrem ist die Situation jeweils in den Morgenstunden zwischen 7 und 8 Uhr, so seine Beobachtung – genau zu der Zeit, zu der die Schulkinder in Richtung Mangfallschule unterwegs sind. „Man kann nur von Glück sagen, dass noch nicht mehr passiert ist.“ Ein entgegen der Einbahnstraße Radelnder zahlt übrigens 20 Euro Verwarnungsgebühr.

Noch zwei Wochen, bis 26. Oktober, werden sich nun die Autofahrer weiter gedulden und die Umleitungsstrecken befahren müssen – denn die Bauarbeiten, ursprünglich angesetzt bis 19. Oktober, verzögern sich um eine Woche.

Polizeichef Huber hat bis dahin die Tonwerksunterführung nach wie vor auf dem Schirm: „Sobald eine Dienstgruppe Luft hat, schauen wir raus und kontrollieren“, kündigte er im Gespräch mit unserer Zeitung an.rg

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Freitag, 10. Juli 2026
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