Die Kinder haben Getreide angebaut – und verarbeiten es schließlich auch.

Die Kinder haben Getreide angebaut – und verarbeiten es schließlich auch.

Montessori-Kindergarten feiert 20-jähriges Bestehen

Kolbermoor – „Unter Druck entstehen die besten Ideen“: Treffender könnte man die Gründung des freien Montessori-Integrationskindergartens Sonnenschein in Kolbermoor nicht umschreiben. Im Jahr 1997 war die Hebamme Nicole Heid auf der Suche nach einem Kindergartenplatz für ihre damals viereinhalbjährige Tochter. Doch damals schon (wie heute) waren die Kindergartenplätze knapp, und sie wurde auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet. Doch anstatt abzuwarten, fasste sie mit einigen weiteren Eltern einen mutigen Entschluss: Im Dezember 1997 gründeten sie den Motessori-Förderverein Kolbermoor e.V., dessen Vereinszweck die Errichtung und der Betrieb eines Kindergartens sein sollte.

Rund ein halbes Jahr später war es tatsächlich geschafft. Unter dem Einsatz von Eigenkapital, viel Engagement und Muskelkraft wurde eine Wohnung im ersten Stock eines Hauses im Ortskern von Kolbermoor angemietet, renoviert und eingerichtet. Und endlich bekam man auch die notwendigen Genehmigungen, um als privater Elterninitiativkindergarten vom Freistaat Bayern gefördert zu werden.

In der Anfangszeit fanden 15 Kinder in den Räumlichkeiten Platz.

Rund sieben Jahre später war der Kindergarten bereits gut etabliert und konnte zur Miete in ein 180 Quadratmeter großes, neu gebautes Einfamilienhaus in der Kranzhornstraße 34 in Kolbermoor umziehen. 2015 wurde der Außenbereich des Kindergartens durch die Zupachtung eines Wiesengrundstückes noch einmal vergrößert.

Seit 2005 finden jetzt Jahr für Jahr 18 Kinder, davon bis zu fünf Integrationskinder (mit besonderen Bedürfnissen) in einer familiären Umgebung Platz zum Wachsen und Entwickeln. Sie werden von einem bis zu fünfköpfigen Team aus Erzieherin, Sozialpädagogin, zwei Kinderpflegerinnen und wechselnden Praktikanten betreut. Die Pädagogik folgt dem Leitsatz von Maria Montessori: „Hilf mir, es selbst zu tun!“ Den Kindern wird dabei entsprechend ihrer Neugierde und ihrer Interessen spielerisch Wissen vermittelt, das sie für ihr späteres Leben brauchen. Dafür stehen viele unterschiedliche Montessori-Materialien zur Verfügung. Aber auch das Beste aus anderen Pädagogikrichtungen nimmt Einfluss auf die Kindergartenarbeit – deshalb auch der Zusatz „freier“ Montessori-Kindergarten. Oberstes Ziel des Betreuungsteams ist es, dass die Kinder nach ihren eigenen Bedürfnissen und in ihrem eigenen Tempo wachsen und begreifen dürfen.

Den Verein leiten momentan Anita Hagn, Sandra Lehmann-Stenzel und Judith Sotier. Seit der Gründung sind 20 Jahre vergangen, so resümieren sie, und so mancher Sturm sei von vielen unterschiedlichen, engagierten Vereinsvorständen erfolgreich umschifft worden. Zudem sei durch viel Herzblut und ehrenamtliches Engagement der Eltern (etwa in Sachen Buchhaltung oder Rasenmähen) gelungen, einen der ganz wenigen defizitfreien Kindergärten im Landkreis Rosenheim zu schaffen.

Das Jubiläum wird groß gefeiert: Der Kindergarten „Sonnenschein“ lädt alle Freunde, Mitglieder, Unterstützer und interessierte Familien am Samstag, 20. Oktober, 11 bis 16 Uhr, ein, sich die „Wohlfühloase“ anzuschauen. Es gibt eine kleine Brotzeit, Kaffee und Kuchen im Zelt (der Erlös kommt den Kindern zugute) sowie Harfenmusik von Lana Laar. Auf Eltern und Kinder warten verschiedene gemeinsame Spielstationen, und um 12.30 Uhr kommt als besonderer Gast „Wurliz, der kleine Troll“ zu einem Herbstkonzert.

Aufgrund der begrenzten Parkmöglichkeiten bittet das Betreuungsteam, weiträumig auf die umliegenden Parkplätze auszuweichen.

<p>Bei der Einweihung vor 20 Jahren  gab es den kirchlichen Segen von (dem inzwischen verstorbenen) Pfarrer Roland Schwarz und Pfarrer Robert Eisenreich.</p>

Bei der Einweihung vor 20 Jahren gab es den kirchlichen Segen von (dem inzwischen verstorbenen) Pfarrer Roland Schwarz und Pfarrer Robert Eisenreich.

<p>Rund sieben Jahre später dann der Umzug in die Kranzhornstraße. Bürgermeister Peter Kloo freute sich mit dem Verein.</p>

Rund sieben Jahre später dann der Umzug in die Kranzhornstraße. Bürgermeister Peter Kloo freute sich mit dem Verein.

„Hilf mir, es selbst zu tun!“

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Freitag, 10. Juli 2026
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