Kolbermoor – Viel Prominenz aus der Politik und der Volksmusikszene und dazu eine seit vielen Jahren treue Fangemeinde fanden sich im Mareissaal ein, um mit zwei Gruppen der Stadtsingschule Geburtstag zu feiern: der „50.“ des Kolbermoorer Mannergsangs und den „zehnten“ des Dreigesangs.
Helmuth Hoch begrüßte gewohnt humorvoll und rustikal, und wer noch nicht gar so vertraut mit den Geburtstagskindern war, konnte den ganzen Abend eine von Helmut Wimmer produzierte Bilderschau auf der großen Bühnenleinwand genießen.
Nach seiner Gründung im Jahre 1968 durch Heiner Seyfried darf der „Kolbermoorer Mannergsang“ nun auf 50 erfolgreiche und unvergessen schöne Jahre des gemeinsamen Singens zurückschauen, die entscheidend von Peter Maier geprägt wurden, der die Gruppe seit 44 Jahren musikalisch und fachlich leitet. Ihr großer Zusammenhalt und eine unbändige Freude am Singen hat sie in den letzten Jahren nach herben Verlusten noch mehr zusammengeschweißt, und so lieferte der „Mannergsang“ mit seinen Liedern an diesem äußerst vergnüglichen und abwechslungsreichen Abend ein gesanglich stabiles und überaus erfrischendes Bild ab.
„Wann Chiemgauer Buam tanzn“ und erst recht „Zittert net a so“ standen dafür eindrucksvoll Pate. Dem „Bäda“, der ja große Aufruhr um seine Person stets scheut, dankte der „Singschuichor“ unter Heide Hausers Leitung beschwingt mit zwei „Standerln“ für seine Lebensleistung. Sozusagen eine schöne „Oscarverleihung“ nach Kolbermoorer Art.
Norbert Scherbaum schwelgte dazu noch humorvoll in den Erinnerungen, vermochte so manche Episode der Gruppe zu erzählen und brachte es dann auf den Punkt: „Wir haben alles reichlich genossen, was das volksmusikalische Leben so hergab“. Wahrlich kein Abgesang dann die gemeinsamen Lieder mit den ehemaligen Sängern des Jubilars. Oftmals heißt es in der Politik ein „Weiter so“ darf es nicht geben – auf den „Mannergsang“ trifft das gottlob nicht zu, wie man sich an diesem Abend einig war. Dieses Geburtstagsfest hat sicher mächtigen Auftrieb für die Zukunft gebracht.
Dem bestens gelaunten Publikum im Saal wurde außer reichlich Historie instrumentale Volksmusik vom Feinsten geboten. Die „Mitterbergmusi“, besetzt mit Harfe, Diatonischer und Bass, lieferte Walzer und Landler in brillanter Wiedergabe unter wechselnder Dominanz der Instrumente und geizte nicht mit dynamischen Elementen, die jedes Stück zu einem kleinen Juwel machten.
Die instrumentale Ausstattung der „Singschui-Tanzl-musi“ darf schon als kleines Highlight im Programm betrachtet werden. Basstrompete, Flügelhorn, Tenorhorn und Tuba, begleitet von Gitarren- und Akkordeonklängen, erzeugten einen weichen und doch schmissigen Sound, der viel zu wertvoll war, um als Pausenfüller zu dienen und deshalb beim Publikum, das seine eigenen „Ratschzeiten“ hatte, bestens ankam und viel Beifall einkassierte.
In eindrucksvollen Worten schilderte Angela Schindler dann die Geschichte des „Kolbermoorer Dreigesangs“, der auf zehn Jahre gemeinsamen Singens mit Renate Heinze und Robert Klapper zurückschauen darf. Ausgehend von einem ehemaligen Dirndldreigesang, gefördert und begleitet mit geballtem Sachverstand von Heiner Seyfried, dem unvergessenen Max Ranzinger, Horst Harzenetter und Klaus Sieber, hat sich die Gruppe im Gefüge der Stadtsingschule bestens etabliert und bestreitet gemeinsam mit den anderen Gruppen und Chören viele Veranstaltungen durchs ganze volksmusikalische Jahr. Zum Jubelfest hatte der Dreigesang schwungvolle Lieder im Gepäck, die nicht nur ausgezeichnet gelangen, sondern auch durch klug gewählte Tonarten eine gefällige und nie in der Höhe übersteigerte Harmonie erzeugten.
Vorstand Reiner Maras blieben zum guten Ende wohltuend schlichte Dankesworte für große Leistungen im Rahmen der bunten und vielfältigen „Singschulfamilie“. Resümee des Festabends: „In dieser großen Gemeinschaft ist daheim und angekommen, wer über seinen schlichten Beitrag als Sängerin und Sänger hinaus bereit ist, auch mal Bierbänke zu schleppen oder Kaffeetassen zu spülen und vor allem die beständige Kraft aufbringt, sich zu kümmern, dass Bewährtes am Leben erhalten und Neues immer wieder entstehen kann und auch gefördert wird.