von Redaktion

Interessengemeinschaft feiert Jubiläum – Ausstellung in der Pauline-Thoma-Schule

Neu dabei ist Loz Vernay („Greed“).

Start als „Maler-Stammtisch Kolbermoor“

Kolbermoor – Auf ihr 40-jähriges Bestehen blickt heuer die Interessengemeinschaft der „Kolbermoorer Maler“ zurückblicken. Zum Jubiläum gibt es eine Ausstellung, an der auch vier Mitglieder aus der Anfangszeit teilnehmen werden. Und es erscheint ein Kalender, in dem von jedem festen Mitglied der Maler ein Werk abgebildet ist.

Als 1977 die Stadtsingschule ihre 50-Jahr-Feier beging, gab es begleitend eine Ausstellung im Kolbermoorer Rathaus mit dem Titel „Schöpferische Kräfte unserer Heimat“, in der es neben Kunsthandwerk auch Gemälde zu besichtigen gab. Daraus etablierte sich der sogenannte „Malerstammtisch“, dessen Mitglieder im darauffolgenden Jahr auf Initiative von Heiner Seyfried ihre erste eigenständige Ausstellung im Alten Rathaus, dem „Tempel“ der Musikschule, ausrichtete. Sowohl in der Festschrift zum 60-jährigen als auch zum 75-jährigen Bestehen der Sing- und Musikschule wiesen Beiträge über die „Kolbermoorer Maler“ auf die Verbundenheit zur Musik hin.

Die jährliche Ausstellung der „Kolbermoorer Maler“ wurde zu einer festen Einrichtung im Kulturleben der Stadt. Nach dem Bau der Pauline-Thoma-Schule konnte die helle, geräumige Aula für die Präsentation der Werke genutzt werden.

Befürchtete mancher, mit der Aufnahme des Lehrbetriebs in der Kunstakademie Kolbermoor sei das Ende der „Kolbermoorer Maler“ besiegelt, war das ein Irrtum. Hartnäckig und leidenschaftlich schufen die Alteingesessenen weiter, ließen sich sogar in verschiedenen Seminaren inspirieren.

Der besondere Vorzug der „Kolbermoorer Maler“ ist ihre Vielseitigkeit: Das Spektrum reicht von Zeichnungen und Aquarellen über Acryl- und Ölbilder bis zu Skulpturen und Objekten, von realistischer, kubistischer und surrealistischer Interpretation bis zu abstrakter und gegenstandsloser Darstellung. Manche Werke wirken harmonisch ausgeglichen, dekorativ; andere provozieren, prangern Missstände an, sind verrätselt und fordern die Fantasie der Betrachter. Die Künstler sehen sich selbst auch in teilweise fortgeschrittenem Alter in einem ständigen Lernprozess und einer langen spannenden Entdeckungsreise und hoffen, die Besucher dabei mitnehmen zu können.

Ingeborg Benninghoven malt ihre ausdrucksstarken Frauendarstellungen vorwiegend realistisch. Neben diesen Acrylbildern zeigt sie kleinere Akte in Mischtechnik unter Verwendung von Rost, Kohle und Rötelstift.

Gerd Brosch stellt seine Figuren nicht exakt dar, malt mutig und spontan, großflächig, lässt sich von inneren Vorstellungen leiten und lässt der Fantasie des Betrachters Raum.

Hanni Harzenetter ist Zeichnerin und Malerin. Die meist großformatigen kraftvollen und doch sensiblen Ölbilder erinnern an Landschaften, erschließen sich nicht auf den ersten Blick und verlangen dem Betrachter Bereitschaft zum Dialog ab.

Pastellkreiden bevorzugt Meise Inninger für ihre kleinformatigen fotorealistischen Tierbilder und ihre figürlichen Darstellungen.

Sabine Koschier malt Krafttiere und beschäftigt sich mit der Wirkung ihrer Augen. Sei es der verführerische Blick eines Stars, der Schalk im Blick zweier Primatendamen oder der liebevolle Ausdruck einer Affenmutter. Tierische und menschliche Blicke werden vergleichend gegenübergestellt.

Dieter Krelle bereichert die Ausstellung wieder mit seinen beeindruckenden Skulpturen.

Als langjähriges Mitglied der „Kolbermoorer Maler“ zeigt Brigitte Schindler neben Rolf Strobel die einzigen Aquarelle in der Ausstellung. Sie bevorzugt es, Lebendiges, seien es Pflanzen, Tiere oder Menschen, darzustellen.

Auch Penny Seitz-Würdemann beschäftigt sich schon lange mit Malerei und hat sich auf keine Stilrichtung festgelegt. Sie zeigt verschiedene Motive in Öl und Acryl.

Alois Siepl ergänzt seine feinen Akt-Tuschezeichnungen mit Keramikskulpturen.

Resi Pramböck und Hildegard Czizegg als Gastaussteller und Karla Sortier-Poppe zeigen gegenstandslose, teilweise großformatige Acrylbilder unter dem Motto „Farbe ist Leben“.

Feine Stimmungen hat Rolf Strobel mit seinem Venedigbild in Grau und seiner Gebirgsdarstellung eingefangen. Er arbeitet mit Aquarell- und Ölfarben.

Helene Troffer bringt dem Betrachter auf ihre dezente Weise die heimische Moorlandschaft realistisch in kleinformatigen Ölbildern nahe. Harmonisch fügen sich Bachläufe und Baumgruppen ein.

Den Kubismus interpretiert Erich Wagner auf seine Weise. Farbintensiv setzt er Ecken, Kanten, Rundungen und ist dabei um Perspektive und Tiefenwirkung bemüht.

Besonders eindrucksvoll sind die Bilder von Loz Verney, einem Neuzugang in der Gruppe. Im Zentrum seiner Malerei steht der Lebensraum, in seinem Fall die Stadt, das Viertel, das Hochhaus. Er personalisiert diese Objekte und gibt ihnen eine neue Form, ein Gesicht und einen Gefühlsausdruck.

Die Maler freuen sich besonders, dass vier Mitglieder aus der Anfangszeit der Gruppe zum 40-jährigen Bestehen wieder aktiv werden: Andreas Legath, Reinhold Pichler, Helmut Stiegler und Thomas Wagner, vielen Kolbermoorern als Künstler bekannt, beteiligen sich heuer wieder an der Ausstellung.

Ausstellungseröffnung ist am Freitag, 26. Oktober, 19 Uhr. Zur musikalischen Untermalung spielen die „Bad Gentlemen“ in der Aula der Pauline-Thoma-Mittelschule, Dr.-Max-Hofmann-Straße 7, Kolbermoor. Die Ausstellung dauert dann vom 27. Oktober bis zum 4. November. Geöffnet ist samstags, sonntags und an Allerheiligen von 10 bis 18 Uhr; werktags von 14 bis 17 Uhr.

Weitere Informationen gibt es auch unter www.kolbermoorer-maler.de.

Artikel 1 von 11