Drei Fragen an

von Redaktion

Heide Hauser

Chorleiterin

Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurde Ihnen auf Schloss Hartmannsberg für Ihre kulturelle Tätigkeit verliehen. Wie sind Sie zur Chormusik gekommen?

Das hat bei mir schon ganz früh angefangen, als ich im Alter von sechs Jahren Mitglied beim Kinderchor des Bayerischen Rundfunks geworden bin. Später habe ich mich dann an der Bode-Schule in München für eine Ausbildung im Fach Musik und Bewegung entschieden, und mich außerdem auf verschiedenen Seminaren des Bayerischen Sängerbundes (BSB) im Bereich Chorleitung und Chormusik weitergebildet. Meine Tätigkeit hat mich dann zu verschiedenen Chören geführt, darunter beispielsweise dem Rosenheimer Landfrauenchor und natürlich dem Frauen- und dem Gemischten Chor der Stadtsingschule Kolbermoor.

Vor allem für dieses lange und erfolgreiche Wirken an den beiden Singschulchören sind Sie ja in Kolbermoor bekannt. Welche Sternstunden gab es hier für Sie und was begeistert Sie an den beiden Chören?

In den über 20 Jahren, die ich beide Chöre jetzt schon leite, ist mir diese Frage schon oft gestellt worden. Ich muss aber ganz ehrlich antworten, dass ich da gar keinen richtigen Höhepunkt nennen möchte, auch wenn die vielen Reisen und Ausflüge, die Kirchenkonzerte und auch die regelmäßigen Auftritte beim Frühjahrs- und Adventssingen natürlich in Erinnerung bleiben. Der nächste Auftritt ist immer der wichtigste, egal ob das ein großes Konzert oder nur ein kleines Mariensingen oder Ähnliches ist. Schließlich probt man ja auch mit derselben Ernsthaftigkeit und versucht, bei jedem Lied sein Bestes zu geben. Die Freude am Singen, die in beiden Chören herrscht, motiviert dafür immer wieder aufs Neue.

Überall kämpfen Vereinigungen, nicht nur Chöre, zahlenmäßig ums Überleben. Wie sehen Sie es um die Zukunft der Chormusik bestellt?

Bei dieser Frage muss man zwei verschiedene Ebenen trennen. Zum einen wäre da die allgemeine Entwicklung der Chormusik, die ich insbesondere als Vizepräsidentin des Bayerischen Sängerbundes beobachten konnte. Hier ist es eher so, dass die Chöre an Mitgliedern gewinnen, denn das Singen wird bei der Jugend wieder populärer. Überall entstehen junge Ensembles, die auch nicht nur einfach zusammen singen, sondern auch qualitativ anspruchsvoll arbeiten wollen. Moderne Lieder und Sätze sind da besonders beliebt. Da wir an der Kolbermoorer Singschule andererseits mehr auf die alpenländische Chormusik ausgerichtet sind, können wir derzeit von diesem Aufschwung nicht profitieren und es fehlt ein wenig am Nachwuchs. Trotzdem muss natürlich auch dieser Musikstil erhalten bleiben, wozu wir unbedingt beitragen möchten.

INterview: Leonhard Sedlbauer

Artikel 10 von 11