Andrea Sondhauß
Stellvertretende Leiterin der Stadtbücherei Kolbermoor und zuständig für die Kinder- und Jugendabteilung.
Der heutige Mittwoch ist der Tag der Bibliotheken. Gibt es in Kolbermoor ein besonderes Programm?
Wir in Kolbermoor begehen eher den Tag des Buches am 23. April und den bundesweiten Vorlesetag, der immer am dritten Freitag im November stattfindet; heuer also am 16. November. Da gibt es in Zusammenarbeit mit den Schulen zahlreiche Aktionen: Wir kommen zum Vorlesen oder die Klassen kommen zu uns.
Was bedeutet „Lesen“, warum soll man lesen?
Lesen bedeutet Eintauchen in andere Welten. Es beflügelt die Fantasie, erweitert das Wissen und den Blick auf die Welt. Im Film sind alle Details festgelegt – beim Lesen im Buch muss ich mir alles vorstellen. Für Kinder und Jugendliche bedeutet das Lesen zudem eine Erweiterung des Wortschatzes und eine Verbesserung der Rechtschreibung.
Sie bieten immer mehr auch Hörbücher, CDs, DVDs, Blu-rays und Konsolenspiele an, man kann sich bei Ihnen Bücher auf sein E-Book bestellen – sind die Tage des Buches gezählt?
Das Buch wird es immer weiter geben. Wir merken, dass es den Eltern immer wichtiger wird, ihr Kind ans Buch zu führen. Sie wollen vorlesen, wollen ihr Kind mit dem Lesen vertraut machen. Bei Jugendlichen ist es oft schwer, gegen Computer und Smartphone anzukommen. Aber ich bin überzeugt, dass derjenige, dem als Kind viel vorgelesen wurde, auch später ein Buch in die Hand nehmen wird.
Letzte Frage: Welchen Buchtipp geben Sie unseren Lesern?
Erwachsenen lege ich „Unterleuten“ von Juli Zeh ans Herz. Dieser Gesellschaftsroman aus einem kleinen Dorf in Brandenburg ist einfach spannend und faszinierend. Der Roman führt vor, dass es keine Wahrheit gibt, sondern immer nur Perspektiven. Kindern empfehle ich ganz dringend den „Sommer mit Opa“ von Sarah Welk. Interview: Sabine Fleindl