von Redaktion

Große Ausstellung „Brauchtum, Handwerk, Tracht“ in der Pauline-Thoma-Schule

Gwandschau mit der kleinen Vreni (eineinhalb Jahre).

Faszinierte: ein Seilemacher aus Flintsbach.

Kolbermoor – Hutmacher, Dirndlschneiderinnen und Federkielsticker – diese und noch viele weitere Handwerke konnten die rund 1500 Besucher der großen Ausstellung „Brauchtum, Handwerk und Tracht“ in der Aula der Pauline-Thoma-Mittelschule bestaunen und hautnah miterleben. Initiator Walter Weinzierl, Ehrenvorsitzender des veranstaltenden Trachtenvereins „Mangfalltaler“, zeigte sich mit dem Verlauf des zweitägigen Marktes hochzufrieden.

Seit 2010 findet der große Trachtenmarkt im Abstand von zwei Jahren in Kolbermoor statt, seine Anfänge hatte er 2002 in Rosenheim, im dortigen Lokschuppen. „Der Markt hat sich inzwischen gut etabliert, die Aula bietet sich für so eine Veranstaltung geradezu an“, freut sich Weinzierl.

In Verbindung mit dem Kirchweihmarkt (wir berichteten) lockte der Markt auch heuer wieder zahlreiche Besucher in die Pauline-Thoma-Mittelschule. Sehr zur Freude von Organisator Weinzierl wird auch der von der Stadt eingerichtete Pendelbus zwischen Stadtmitte und Schule gut genutzt.

Das Angebot der knapp 40 Aussteller reichte von Dirndlstoffen und -zubehör über Handgestricktes, Hüte und Schnitzwaren bis hin zu Wachsstöcken oder gedrechselten Kunstwerken. An einigen Ständen konnten die Besucher traditionelle Handwerkstechniken bestaunen oder ausprobieren, so waren etwa Spinnfrauen, ein Federkielsticker und auch ein Seiler vertreten.

Als besondere Attraktion fanden an beiden Markttagen jeweils zwei Modenschauen – „Gwandschauen“ – statt, bei der Models verschiedene „Gwanda“ für festliche oder gewöhnliche Tage vorführten. Gezeigt wurden dabei aber nicht nur Dirndl verschiedener Macharten, sondern auch die Festtracht der hiesigen Trachtenvereine.

Gautrachtenwartin Andrea Schneebichler erläuterte den Anwesenden das komplizierte „Kassettlgwand“ der verheirateten Frauen ebenso wie die Miesbacher Tracht der Männer, die jeweils von Mitgliedern der Inngau-Trachtenvereine vorgestellt wurden.

Heimliche „Stars“ der Gwandschauen waren im Übrigen die Kleinsten: Die beiden Enkelinnen von Walter Weinzierl, Vreni mit ihren eineinhalb Jahren an der Hand der Mama und die achtjährige Magdalena, bekamen besonderen Applaus.

An weiteren Ständen wurden die Damen in die Kunst der zur Kleidung passenden Haartracht eingewiesen und bekamen auf Wunsch auch eine Kostprobe von kundiger Hand frisiert.

Für die Stärkung zwischen Besichtigung und Programmpunkten sorgten die Mitglieder der „Mangfalltaler“ mit kalten und warmen Speisen sowie reichlich Kuchen.

Zum Ende des Marktes, an dem wie schon in den vergangenen Jahren besonders viele Besucher gekommen waren, zogen alle Aussteller ein durchweg positives Fazit und blickten bereits optimistisch auf die nächste Auflage von „Brauchtum-Handwerk-Tracht“ in zwei Jahren entgegen. „Wir haben schon wieder viele Zusagen bekommen, auch von neuen Interessenten“, freut sich Weinzierl. Insbesondere, weil auch „junge Leute“ darunter sind. „Denn das ist gut für die Zukunft der Ausstellung.“ sel/rg

Altes Handwerk hautnah erleben

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