Rückläufig entwickeln sich die Schulden seit 2013.ge
Vor ihr liegt im wahrsten Sinne das gesamte städtische Leben – in Zahlen. Kämmerin Irmgard Pross-Kohlhofer hat in der Sitzung des Stadtrats mit Vorlage der Jahresrechnung 2017 Einblicke gewährt. Die Top-Meldung: Das zehn Millionen Euro teure Rathaus ist jetzt abbezahlt.
Das Rathaus ist bezahlt
Kolbermoor – Jahresrechnung – klingt staubtrocken, im Gespräch mit Irmgard Pross-Kohlhofer zeigt sich jedoch, wie ungemein facettenreich dieses Zahlenwerk ist. Ziel sei es, wie sie gestern im Gespräch ausführte, beim Haushaltsplan alle möglichen Ausgaben anzusetzen. Das sei zwar aufwendig, aber letztlich von Vorteil, würden doch so extreme Ausschläge vermieden. Bürgermeister Peter Kloo sprach in diesem Zusammenhang von einer „defensiven Herangehensweise“. Wie genau diese aber sein kann, beweist die Jahresrechnung 2017: So weicht letztlich der Verwaltungshaushalt mit dem Ergebnis von genau 44802673 Euro vom Haushaltsansatz mit 43784000 Euro um lediglich 2,33 Prozent ab. „Eine Punktlandung“, wie auch die Fraktionssprecher im Stadtrat lobend hervorhoben. Der Gesamthaushalt liegt im Ergebnis bei 57414525 Euro (Ansatz: 62964000 Euro).
Maßnahmen- und damit Kostenverschiebungen gab und gibt es im Bereich Bauen. Hier verwies Pross-Kohlhofer auf die derzeit angespannte Lage im Bausektor.
Seit 2013 entwickeln sich die Schulden insgesamt rückläufig. Der Höchststand der städtischen Schulden war 2013 mit 29,8 Millionen Euro erreicht, 2017 liegen sie bei 18,2 Millionen Euro – „und das trotz intensiver Investitionen über die Jahre hinweg“, so Pross-Kohlhofer.
Die Kreisumlage ist mit über neun Millionen erneut hoch, zeigt aber auch, dass die Einnahmen durch Gewerbesteuer mit genau 9494248 Euro und die Einkommensteuer mit 10958986 Euro entsprechend gut waren.
Genauer betrachtete der Stadtrat die Thematik Defizit. Hinsichtlich der internen Leistungsabrechnung von Bauhof und Gebäudereinigung lägen etwa die kostenrechnenden Einrichtungen, wie das Freibad, Bücherei, die 328 städtischen Wohnungen, die Musikschule oder der Stadtbus im Minus – doch das Geld sei „gut angelegt“, wie Kloo unterstrich. Der Mehrwert dieser Einrichtungen für die Gemeinschaft liege auf der Hand.