Ausdrucksstarke Werke von Ingeborg Benninghoven.
Anziehungspunkt: der Alien-Stuhl von Dieter Krelle.
Ausdrucksstarke Werke von Ingeborg Benninghoven.
Anziehungspunkt: der Alien-Stuhl von Dieter Krelle.
Kolbermoor – Auf stolze 40 Jahre können sie bereits zurückblicken: die „Kolbermoorer Maler“. Seit vier Jahrzehnten präsentieren sie ihre vielfältigen Werke in der Mangfallstadt. Das Jubiläum stand im Mittelpunkt der Vernissage zur aktuellen Ausstellung, die noch bis Sonntag, 4. November, in der Aula der Pauline-Thoma-Schule besichtigt werden kann.
Sabine Koschier freute sich eingangs über die zahlreichen Gäste und ging auf den besonderen Vorzug der „Kolbermoorer Maler“ und ihrer Vielseitigkeit ein. Das Spektrum, so die Künstlerin, reiche von Zeichnungen und Aquarellen über Acryl- und Ölbilder bis zu Skulpturen und Objekten, von realistischer, kubistischer und surrealistischer Interpretation bis zu abstrakten und gegenstandslosen Darstellungen.
Mal harmonisch,
mal provozierend
Manche Werke, so Koschier, wirkten harmonisch ausgeglichen, dekorativ, andere provozierend, prangerten Missstände an, seien verrätselt und forderten die Fantasie der Betrachter. Die Künstler sähen sich selbst in einem ständigen Lernprozess und einer langen, spannenden Entdeckungsreise, so Sabine Koschier weiter, auf die sie die Besucher dieser Vernissage mitnehmen wollten.
Nun konnten die Besucher ihre Augen schweifen lassen und an den einzelnen Werken verharren: Bei den ausdrucksstarken, realistischen, figürlichen Werken von Ingeborg Benninghoven oder den Figuren von Gerd Brosch, die nicht exakt dargestellt, mal mutig und spontan gemalt der Fantasie des Betrachters Raum gibt. Oder Hanni Harzenetter mit ihren Zeichnungen und großformatigen Gemälden, mit ihren kraftvollen und doch sensiblen Ölbildern, die an besondere Landschaften erinnern.
Meisi Inninger bevorzugt für ihre kleinformatigen, fotorealistischen Tierbilder figürliche Darstellungen. Sabine Koschier malt Krafttiere und bringt die Wirkung von deren Augen auf die Leinwand. Sei es der verführerische Blick eines Stars, der Schalk im Blick zweier Primatendamen oder der liebevolle Ausdruck einer Affenmutter.
Anziehungspunkt im Eingangsbereich und Bereicherung der Ausstellung war der Alien-Stuhl von Dieter Krelle. Eine Fortsetzung einer langen Geschichte, wie in einem Gespräch mit dem Künstler zu erfahren war. Von der Überlegung, einen Stuhl der besonderen Art zu kreieren, damit in fremde Lebensräume einzudringen, bis zur Fertigstellung bedurfte es 220 Arbeitsstunden und zahlreiche Nächte des Grübelns. In gedanklicher Anlehnung eines menschlichen Skelettes, der Evolution, den fantastisch anmutenden Aliens und der Einbeziehung der Natur entstand das aus Aluminium geschweißte und geschliffene Kunstobjekt.
Brigitte Schindler und Rolf Strobl bereichern mit ihren lebendig dargestellten Aquarellen aus der Tier- und Pflanzenwelt die Ausstellung. Penny Seitz-Würdemann, die einzige Malerin mit nicht festgelegter Stilrichtung, präsentierte sich mit verschiedenen Motiven in Öl und Acryl. Neben feinen Tuschezeichnungen sind Keramikskulpturen von Alois Siepl zu sehen.
Von den Gastausstellern Resi Pramböck, Hildegard Czizegg und Karla Sortier-Poppe sind gegenstandslose, großformatige Acrylbilder unter dem Motto „ Farbe ist Leben“ zu betrachten. Die heimische Moorlandschaft sowie Bachläufe und Baumgruppen sind realistisch auf kleinformatigen Ölbildern von Helene Troffer zu sehen.
Kubismus mit
Erich Wagner
Den Kubismus interpretiert Erich Wagner auf seine Weise. Farbintensiv setzt er Ecken, Kanten und Rundungen und bringt dabei Perspektiven und Tiefenwirkung zum Ausdruck.
Neuzugang Loz Verney zeigt Malereien, die für den Lebensraum des Künstlers stehen, in seinem Fall die Stadt, das Viertel, das Hochhaus. Loz Verney personalisiert diese Objekte und gibt ihnen eine neue Form, ein Gesicht.
Eine Auswahl der Werke der festen Mitglieder der „Kolbermoorer Maler“ wurde zum 40-jährigen Bestehen in einem Kalender abgedruckt, der für 10 Euro zu erwerben ist. Musikalisch unterhielt die Band „Bad Gentleman“ in der Aula. est