Vier entscheidende Minuten

von Redaktion

In vier Minuten bereit sein, um einen Menschen zu retten – diese Aufgabe haben 24 Männer und Frauen der Feuerwehr Kolbermoor mit Bravour bewältigt. Bei der Leistungsprüfung überzeugten sie durch Fachwissen.

Der Einsatz der Rettungsschere will geübt sein.

Kolbermoor – Insgesamt drei Gruppen traten dieses Jahr zur Leistungsprüfung Technische Hilfeleistung an. Drei Wochen lang bereiteten sich insgesamt 24 Frauen und Männer auf die Prüfung vor. Hierbei sind Schnelligkeit und Fachwissen gefragt.

Ziel der Prüfung ist es, den kompletten Aufbau wie er bei einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person vollzogen wird, innerhalb von vier Minuten zu bewerkstelligen.

Neben der Personenbefreiung mit Rettungsschere und Spreizer, müssen die Teilnehmer eine Verkehrsabsicherung aufbauen, den zweifachen Brandschutz mit einem C-Rohr und einem Feuerlöscher sicherstellen, die Einsatzstelle ausleuchten sowie die eingeklemmte Person im Fahrzeug betreuen.

Je nach Prüfungsstufe und Position der einzelnen Prüflinge, gilt es vorab einen Fragebogen und kleinere praktische Prüfungen zu absolvieren. Insgesamt können bis zu sechs Stufen (Bronze, Silber, Gold, Gold-Blau, Gold-Grün und Gold-Rot) durchlaufen werden.

Unter den Augen von Kreisbrandmeister Rudolf Huber, Kreisbrandmeister Werner Meier-Matheke, und Kreisbrandmeister Max Goldbrunner (Gruppe 1 und 2) sowie Kreisbrandrat Richard Schrank, Kreisbrandinspektor Klaus Hengstberger und Kreisbrandmeister Rudolf Huber (Gruppe 3), konnte die Leistungsprüfung von allen drei Gruppen erfolgreich gestaltet werden.

Somit konnten am Ende der Prüfungsabende allen Teilnehmern die Leistungsabzeichen in der jeweiligen Stufe überreicht werden.

Besonderer Dank gilt den beiden Ausbildern Markus Paukert und Thomas Höpfner für die vielen Stunden der Vorbereitung und Ausbildung. An der Leistungsprüfung THL haben in der Stufe 1 (Bronze) Patrick Zink, Wolfgang Romig, Anton Eisenkolb, Thomas Gaspar, Bernhard Bystron, Maximilian Hartmann, Goran Sigl, Markus Nagl, Kevin Thieme, Julian Gebert; in der Stufe 2 (Silber) Daniel Gebert, Alexander Winkelhaus, Josef Schmid junior; in der Stufe 3 (Gold) Matthias Klein, Mathias Kloo, Helmut Schupp, Christian Paukert, Daniel Draxinger; in der Stufe 4 (Gold-Blau) Thomas Höpfner; in der Stufe 5 (Gold-Grün) Nina Schmidt, Christian Schmid, Wolfgang Müller, Michael Fliehmann; in der Stufe 6 (Gold-Rot)Stefan Fuchs.

„Langsames Heranführen von Einsatz zu Einsatz“

Markus Paukert ist Ausbilder bei der Feuerwehr Kolbermoor. Im Gespräch mit unserer Zeitung skizziert er den Prüfungsaufbau und spricht aber auch über die Herausforderungen.

Herr Paukert, mit der Leistungsprüfung Technische Hilfeleistungen wird ein Grundschema eingeübt. Was ist das?

Grundsätzlich besteht eine Gruppe aus neun Leuten, die sich aus acht Feuerwehrfrauen oder -männern und einem Gruppenführer zusammensetzt. Die Leistungsprüfung zeigt auf, ob jeder in der Gruppe das Grundschema beherrscht.

Welche Bedeutung haben die vier Minuten?

Bei einem Einsatz ist nie klar, aus welchen Leuten sich die Neuner-Gruppe zusammensetzt. Man weiß also nicht, welche Position man einnimmt. Und da werden die vier Minuten interessant. Jeder und jede in der Gruppe muss an jedem Platz wissen, was zu tun ist.

Die seelische Belastung bei diesen Einsätzen ist oft sehr groß. Wie führt man vor allem junge Menschen an diese Herausforderungen heran?

Das kann man wirklich sehr schwer üben. Natürlich gibt es Mittel, um Einsatzsituationen realistisch darzustellen. „Opfer“ werden geschminkt, damit es möglichst echt ausschaut. Aus der Erfahrung heraus ist es am besten, die jungen Leute langsam von Einsatz zu Einsatz heranzuführen und dann das Erlebte zu betrachten und vor allem zu besprechen.

Inzwischen werden Rettungskräfte mehr und mehr bei ihren Einsätzen beschimpft, bedroht oder sogar an ihrer Arbeit gehindert. Wie gehen Sie damit um?

Dem Nächsten zu helfen ist für uns oberstes Ziel. Gewaltübergriffe hatten wir Gott sei Dank noch nicht, Beschimpfungen und Bedrohungen schon. Ich empfehle immer, sich nicht darüber aufzuregen, wobei man schon bedenken muss, dass vor allem Rettungskräfte im Einsatz sehr unter Druck stehen. interview:ge

Artikel 3 von 10