Wenn Kopf und Herz übervoll sind

von Redaktion

Vortrag über „Hochsensibilität“ bei der afa in Kolbermoor

Kolbermoor – 15 bis 20 Prozent der Menschen, Frauen wie Männer, haben eine hochsensible Wahrnehmung, verarbeiten Informationen sehr gründlich, denken in Zusammenhängen und sind von negativen wie positiven Erlebnissen stark berührt.

Für sie selbst und auch für ihre Umwelt ist das nicht immer einfach, sagte Petra Tomschi, Diplom-Psychologin und Coach aus Kolbermoor.

Sie folgte der Einladung der Kolbermoorer Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (afa) in der evangelischen Kirche ins evangelische Gemeindehaus, um zum Thema „Hochsensibilität – viele Gedanken, tiefe Gefühle“ zu referieren. Ingrid Herberholz, welche mit Heidi Andrä die Idee für diese Veranstaltung hatte, traute ihren Augen nicht, als fast 100 Personen Interesse an dieser Thematik zeigten.

Tomschi nannte eingangs ihres gut strukturierten Vortrags, dass Hochsensibilität ein angeborenes Temperament sei, somit Teil der ganz normalen Persönlichkeitsausstattung und keinesfalls eine Krankheit.

Auch bei Kindern zeige sich bereits die hochsensible Veranlagung, sie seien beispielsweise gute Beobachter und meist unglaublich wissbegierig.

Nach Erkenntnissen der Referentin führten hochsensible Erwachsene ein Leben wie mit einem Verstärker. Sie nähmen Feinheiten war, hätten vielschichtige Gedanken und erlebten einen langen Nachhall von Erlebnissen in ihren Gefühlen oder fühlten mit anderen stark mit. Der Kopf und das Herz seien deshalb schnell voll oder auch übervoll, erläuterte die Diplom-Psychologin. Das führe oftmals zu hoher Stressbelastung und Reizüberflutung, wenn sich die Betroffenen nicht gut abgrenzen könnten.

Man solle sich die innere Erlaubnis zu „Weniger“ geben, sich Zeiten der Regeneration gönnen und auch einmal „Nein“ sagen.

Am Ende ihrer Ausführungen sagte die Diplom-Psychologin, dass es für hochsensible Menschen stets wichtig sei, den richtigen Maßstab für sich zu finden und danach zu leben.

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