Kolbermoor – Vom 7. auf den 8. November vor 100 Jahren stand neben München plötzlich die kleine Chiemgaugemeinde Wildenwart im Mittelpunkt der bayerischen Landesgeschichte. In dem kleinen Landschloss zwischen Frasdorf und Prien fand die aus München vertriebene Königsfamilie Zuflucht. Das Schloss Wildenwart mit nicht unerheblichem Gutsbesitz war 1880 im Erbweg an Marie Therese, die Frau des Prinzen Ludwig, des späteren Königs Ludwig III. gefallen.
Der Heimat- und Kulturverein Frasdorf erinnert am heutigen Donnerstag bei einer Lesung aus Briefen, Tagebüchern und Zeitungsberichten an die Ereignisse von 1918/1919. Bei der Lesung, die fast genau 100 Jahre nach der Flucht stattfindet, wird nicht nur an die abenteuerliche Fahrt von München nach Wildenwart, sondern auch an die Zuflucht der Prinzessinnen zum Wirt nach Gschwendt und zum Stein in Laiming, dann an die zweite Flucht des Königs nach der Ermordung Eisners sowie an den Tod der Königin und des Königs erinnert. Musikalisch wird die Veranstaltung von der Musikschule Kolbermoor umrahmt. Die Veranstaltung findet im Rahmen von „Heimat 1918“, des Museumsnetzwerks Rosenheim statt.