Kolbermoor – Dem Thema Schöpfung widmet sich die Stadtkirche Kolbermoor mit einer neuen Fortbildungsreihe für Erwachsene. Die 69-jährige Margret Zimmer hat sich dieser Aufgabe zusammen mit Pastoralreferentin Monika Langer und Heidi Burchart vom Stadtkirchenrat angenommen. Als Grundlage dient ihnen ein besonderes Schriftwerk: Die päpstliche Enzyklika „Laudato si – über die Sorge für das gemeinsame Haus“, die vor drei Jahren veröffentlicht wurde.
Frau Zimmer, eine päpstliche Enzyklika als Grundlage für Erwachsenenbildung – ein hoher Anspruch?
Mich beeindruckt diese Enzyklika sehr. Der Papst hat in sehr nachvollziehbarer Sprache die Probleme und Herausforderungen im Umgang mit unserer Erde verdeutlicht. Er fordert eine „Humanökologie“. Die Zerstörung der menschlichen Umwelt sei etwas sehr Ernstes, denn Gott vertraute dem Menschen nicht nur die Welt an, sondern sein Leben selbst ist ein Geschenk, das vor verschiedenen Formen des Niedergangs geschützt werden müsse, so Papst Franziskus.
Viele sind der Meinung, dass man die aktuelle Entwicklung ohnehin nicht mehr aufhalten könne
Gerade deshalb wollen wir mit unserer Veranstaltungsreihe einen kleinen Kontrapunkt setzen. Jeder kann und soll sich Gedanken machen, wie gehe ich mit meiner Umwelt um? Wie wirkt sich mein Verhalten aus – positiv oder negativ? Wer beginnt, darüber nachzudenken, ist in dem Sinn schon ein Handelnder.
Sie haben jahrelang in der KFD in Kolbermoor und auch in München gearbeitet, jetzt engagieren Sie sich wieder. Was begeistert Sie an dieser Arbeit?
Ich habe schon immer gerne ehrenamtlich gearbeitet. Beim Seniorenstudium in München habe ich mich auch mit theologischen Themen befasst, Lebensentwürfe an der Bibel festgemacht. Da bietet sich die Arbeit in einer katholischen Frauengemeinschaft natürlich an. Und mir geht es nicht darum, Menschen zu belehren, sondern sie zu informieren, sie für ein Thema zu sensibilisieren. Die Leute sollen selbst überlegen!
Sie haben sich der Verbraucherthemen angenommen. In einem Vortrag befassen Sie sich etwa auch mit Kosmetika.
Das hat mich schon immer interessiert. Ich bin ja ausgebildete Kosmetikerin und da fragt man sich doch, was kommt an meine Haut? Leider überwiegend Plastik, Parabene und Mineralöle – alles in Kosmetik und Pflegemitteln enthalten. Auch hier der Ansatz: Information statt Belehrung.
Was ist für das nächste Jahr geplant?
Monika Langer wird sich Ende Januar 2019 mit dem 2016 veröffentlichten päpstlichen Schreiben „Amoris laetitia“ befassen. Ab März wollen wir die Schwerpunkte auf die Energieversorgung und auch die Abfallwirtschaft in der Stadt legen.Interview: Eva-Maria Gruber