Stärker für den Frieden eintreten

von Redaktion

Würdiges Gedenken zum Volkstrauertag – Mahnende Worte

Kolbermoor – Unter starker Beteiligung der Kolbermoorer Vereine, der Kirchen und der Feuerwehr gedachte die Stadt Kolbermoor den Toten, Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege.

In der Stadtkirche Heilige Dreifaltigkeit feierte Pfarrer Maurus Scheurenbrand mit vielen Gläubigen die Gedenkmesse, die von der Stadtkapelle mit Chorälen begleitet wurde. In seiner Predigt wies der Seelsorger auf die Evangelien des Novembermonats mit ihren angedeuteten Endzeitstimmungen hin.

Nach dem Marsch zum Kriegerdenkmal fand dann erstmals auf dem neuen Vorplatz die Trauerfeier statt, bei der die evangelische Pfarrerin Birgit Molnar das Alte Testament im Visier hatte und auf die tragische Gestalt des „Hiob“ verwies, der Gott die Schuld an seinen Lebenskatastrophen geben wollte. Die Frage, so Molnar, ob man bequem die Schuld für so viel Leid in der Welt auf diesen Gott abladen könne, werde seit Jahrhunderten gestellt. Ob aber „Gott eingreift“, muss als Glaubensfrage begriffen werden, die jeder für sich nur im Glauben immer wieder neu beantworten müsse.

Bürgermeister Peter Kloo fand klare politische Worte am Mahnmal: „Kaum fassbar ist es, dass nach dem Ersten Weltkrieg so schnell wieder radikale rechte Kräfte die Oberhand gewannen und nach der Apokalypse auf den Schlachtfedern Europas Deutschland mit dem Überfall auf Polen einen neuen und grausameren Weltkrieg entfachte. Wir müssen alle miteinander in jeder Stunde wachsam sein, denn es schicken sich schon wieder Kräfte an, mit ihrem verwerflichen und menschenverachtenden Gedankengut die Parlamente zu stürmen und wir laufen Gefahr, unsere wertvolle Demokratie, für die damals Menschen wie Kurt Eisner, oder gar die Kolbermoorer Bürger Alois Lahm und Georg Schuhmann ihr Leben ließen, zu verlieren.“ Unabdingbar müsse das Streben für den Erhalt des Friedens stärker denn je Botschaft und Auftrag besonders für uns in Deutschland sein.

Unter den Klängen des „guten Kameraden“ legte das Stadtoberhaupt einen Kranz am Ehrenhain nieder. Mit einem ökumenischen Schlussgebet endete eine nachdenklich stimmende Gedenkfeier. js

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