Wasserpreise

Wasser wird einen Cent teurer

von Redaktion

Für einen absoluten Wow-Effekt sorgte Bürgermeister Peter Kloo bei der jüngsten Sitzung des Stadtrats: Es ging um die Erhöhung des Preises von einem Kubikmeter Wasser von 99 Cent auf einen Euro – und mit einem Riesenstapel von 119 Mineralwasser-Tragerln verdeutlichte er, welche Menge ein Kubikmeter, also 1000 Liter, eigentlich bedeutet.

Kolbermoor – Auch wenn es ums Wasser geht – das Thema „Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung für den Wasserpreis, Kalkulation der Benutzungsgebühren und des Herstellungsbeitrags für die Abwasserbeseitigung samt Satzungsänderung und Bildung einer Gebührenausgleichsrücklage“ erscheint dann doch eher trocken… Also hatte Bürgermeister Peter Kloo als Überraschungseffekt für die Stadträte im Sitzungssaal besagte Tragerl-Parade aufbauen lassen. Er betonte, dass man diese Menge in Kolbermoor in bester Qualität ins Haus geliefert bekomme. Ein Riesenkompliment sprach ihm dafür postwendend Dagmar Suchowski aus. Sie leitet ein Sachverständigenlabor in Ingolstadt und hatte für die Stadt die Gebühren neu kalkuliert, was alle vier Jahre erforderlich ist.

Die letzte Kalkulation der Abwassergebühren war 2014 erfolgt; die Änderung trat zum 1. Januar 2015 in Kraft. Die letzte Kalkulation des Herstellungsbeitrags erfolgte 2010 mit der Einführung der gesplitteten Abwassergebühr für das Niederschlagswasser.

Bisher betrug die Gebühr für einen Kubikmeter Schmutzwasser 1,27 Euro, für das Niederschlagswasser 0,47 Euro. Das Sachverständigenbüro hat nun eine Erhöhung für die nächsten vier Jahre auf 1,29 beziehungsweise 0,54 Euro errechnet. Beim Schmutzwasser gibt es auch eine Staffelung für „Großkunden“: Wer von 5001 bis 10000 Kubikmeter pro Jahr liefert, zahlt ab 1. Januar 1,25 Euro (statt 1,23). Für bis zu 30000 Kubikmeter werden 1,18 Euro fällig (statt 1,16), für bis zu 50000 1,13 Euro (statt 1,11) und für bis zu 100000 1,07 Euro (statt 1,05).

Neu kalkuliert wurden auch die Herstellungsbeiträge für die Abwasserbeseitigung (Schmutz- und Niederschlagswasser). Pro Quadratmeter Grundstücksfläche werden statt 4,21 Euro nur mehr 3,93 Euro fällig. Bei den Geschossflächen erhöht sich der Beitrag von 9,83 auf 9,91 Euro je Quadratmeter.

Der aktuelle Wasserpreis in Kolbermoor liegt bei 0,99 Euro. Er wird auf einen Euro angehoben.

Auch die Herstellungsbeiträge für die Wasserversorgung wurden neu berechnet. Pro Quadratmeter Grundstücksflächfällig. Ab 1. Januar werden es 1,25 Euro sein (bisher 1,22). Der Beitrag je Quadratmeter Geschossfläche sinkt von 5,07 auf 4,90 Euro. Angepasst werden auch die Grundgebühren für die Wasserzähler. Je nach Dauerdurchfluss werden künftig pro Jahr 16,40 Euro (bei bis zu vier Kubikmetern pro Stunde) fällig; 18,60 Euro (bei bis zu zehn Kubikmeter), 226,20 Euro (bis zu 25), 277 Euro (bis zu 63) und 338,10 (bis 100 Kubikmeter).

Dagmar Suchowski hatte erläutert, wie sie auf die neuen Werte gekommen war: Man rechne ein die Investitionen, die Abschreibungen und die kalkulatorische Verzinsung. Das Wasserwerk Kolbermoor wird ohne Gewinnerzielungsabsicht betrieben. Wurde also einmal zuviel kassiert, muss es an die Kunden zurückgegeben werden. Aber auch eine Unterdeckung muss ausgeglichen werden.

Festgestellt hatte man in der Verwaltung, dass rein rechnerisch ein Gebührenüberschuss von rund420000 Euro aus früheren Jahren vorhanden sei. Diese Summe soll jetzt als Sonderrücklage gebildet werden. Daraus wird in den Jahren 2019 bis 2022 ein jährlicher Betrag in Höhe von 105000 Euro dem Haushalt zum Ausgleich der nicht kostendeckenden Gebühren zugeführt werden.

Die Änderungen wurden einstimmig beschlossen.

Ein Vergleich

Momentan kostet ein Kubikmeter Wasser in Kolbermoor 0,99 Euro. In den Nachbargemeinden werden fällig laut Aufstellung der Stadt: in Bad Aibling 1 Euro, Großkarolinenfeld 0,85 Euro, Bruckmühl 1,10 Euro, Rohrdorf 1 Euro, Aschau 1 Euro, Ebersberg 1,49 Euro, Raubling 0,96 Euro, Wasserburg 1,13 Euro, Neubeuern 1,51 Euro, Schechen 0,94 Euro, Stephanskirchen 1,06 Euro. Rosenheim verlangt 1,64 Euro.

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