Kolbermoor – Die Heizung im Krippen- und Hortgebäude in der Kindertagesstätte Wiederkunft Christi – Betreiberin ist die Caritas – ist in die Jahre gekommen: Die gewünschten Raumtemperaturen werden nicht mehr erreicht und zu geringe Warmwassertemperaturen würden die Gefahr einer Besiedlung durch Legionellen erhöhen. Tatsächlich war Anfang März „eine geringe Anzahl von Keimen“ festgestellt worden, so Ursula Haberkorn, Verwaltungsleitung der Stadtkirche Kolbermoor. Nach dem Ergreifen von Sofortmaßnahmen war das Wasser beim Test Anfang April wieder als „frei von sensorischen Auffälligkeiten“ getestet worden. Die betreffende Zapfstelle sei im Personalbad gewesen, so Erwin Lehmann, Caritas-Kreisgeschäftsführer. Eine Gefährdung für die Kinder habe es nicht gegeben.
Um das Wasser in Zukunft allerdings dauerhaft in der erforderlichen Qualität zu haben, ist die Erneuerung der Anlage erforderlich, was auch der Heizungssachverständige des Erzbischöflichen Ordinariats in München bestätigte. Damit sich das Ordinariat mit dieser Maßnahme befasst, sei es aber wiederum erforderlich, dass die Stadt Kolbermoor grundsätzlich Förderbereitschaft signalisiere, wie Hauptamtsleiterin Elisabeth Kalenberg in der jüngsten Sitzung des Stadtrats erläuterte.
Die Kosten für die geplanten Maßnahmen (die Umstellung von Öl auf Gas, die Erneuerung der Wärmepumpenanlage, die Umstellung der Warmwasserbereitung von „zentral“ auf „dezentral“, die Erneuerung der Trinkwasserleitungen und die Reduzierung der Warmwasserzapfstellen) werden sich auf rund 350000 Euro belaufen. Die Stadt könnte einen „grundsätzlichen“ Zuschuss geben, der dann ein Drittel der Kosten ausmachen sollte, so Kalenberg.
Bis zum Jahr 2012 hätte laut dem Bayerischen Kinder-Bildungs- und -Betreuungsgesetz die Stadt bei notwendigen Neu-, Um- und Erweiterungsbauten einer Kita rund zwei Drittel der Kosten zu leisten gehabt; hätte dazu Finanzhilfen vom Staat bekommen. Mittlerweile hat sich die Regelung geändert – die Stadt hätte keine Zahlungsverpflichtung mehr. Trotzdem, so Elisabeth Kalenberg, sehe sich die Stadt in der Pflicht, die Kirchenstiftung als Gebäudeeigentümerin mit einem Zuschuss zu unterstützen: In dem Gebäude würden Krippen- und Hortplätze bereitgestellt, die die Stadt dringend benötige. Auch in der mehrjährigen Bedarfsplanung seien diese Plätze unverzichtbar. Ohne die Sanierung der Heizungsanlage sei der Betrieb der Einrichtung auf Dauer jedoch gefährdet – die Stadt müsste die Plätze dann an anderer Stelle neu schaffen. Das käme noch weitaus teurer…
Aus den Baukosten herausnehmen will man aber die „nicht notwendigen“ Kosten, also die, die etwa auf die Hausmeisterwohnung entfallen. Mit dem Zuschuss will die Stadt aber die Verpflichtung verbinden, die Räumlichkeiten für 15 weitere Jahre als Kita zur Verfügung zu stellen, ansonsten wird eine Verpflichtung zur Rückzahlung eintreten. Vorsorglich soll im Haushalt 2019 ein Beitrag in Höhe von 120000 Euro bereitgestellt werden.
Diese Vorgehensweise billigten die Stadträte schließlich einstimmig. Dagmar Levin meinte allerdings, sie fände es schade, dass derartige Anträge immer auch „einen erpresserischen Unterton“ hätten nach dem Motto, „wenn wir nicht mitmachen, gehen die ganzen Kita-Plätze verloren.“ Aber: „Es bleibt uns ja eh nix anderes übrig,“ so Dagmar Levin.
Das mit dem „erpresserischen Unterton“ wollte aber gerade Gerhard Duschl nicht so stehen lassen. Als Mitglied der Kirchenverwaltung hatte er die entsprechende E-Mail an die Stadt Kolbermoor dabei – und da würde die Angelegenheit ganz neutral geschildert, betonte er.
Auch Dieter Kannengießer und Georg Kustermann stellten fest, dass man mit dem Zuschuss den Bestand der Kindertagesstätte sichere. Mit 120000 Euro könne man keine neue Einrichtung finanzieren. Auch Sonja Weczerek sprach von einer „Selbstverständlichkeit“.