Kolbermoor – Neuer Glanz für die Rosenheimer Straße, Minikreisel statt Ampeln für einen besseren Verkehrsfluss und der Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses am Rathausplatz – damit soll die Kolbermoorer Innenstadt weiter aufgewertet werden. Doch wann ist mit der Realisierung zu rechnen?
Ein erster Lichtblick tat sich gestern auf: Auf dem inzwischen seit Jahren brachliegenden Gelände zwischen Rathaus und Aral-Tankstelle heulten die Motorsägen auf, Wildwuchs wurde entfernt und vom Bauhof fein säuberlich abtransportiert. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte Bürgermeister Peter Kloo: Möglichst im nächsten Frühjahr/Frühsommer soll mit dem Bau des neuen Wohn- und Geschäftshauses begonnen werden. „Die Baugenehmigung ist da, der Förderantrag läuft, es sieht gut aus“, erklärte der Rathauschef.
Vorgesehen ist, wie berichtet, ein Wohn- und Geschäftshaus mit insgesamt 17 „bezahlbaren“ Wohnungen, im Erdgeschoss soll Gastronomie den Rathausplatz beleben.
Jüngste Gespräche auf Regierungsebene zwecks Wohnbauförderung sind nach den Worten von Kloo positiv verlaufen. Für die insgesamt gut 1000 Quadratmeter Wohnfläche der 17 Wohnungen erhält die Stadt 30 Prozent Baukostenzuschuss; bezuschusst wird zudem der entsprechende Grundstücksanteil. Und es wird für 60 Prozent der Baukostensumme ein extrem günstiges KfW-Darlehen mit einer Laufzeit von 30 Jahren und einer Zinsbelastung von unter einem Prozent in Aussicht gestellt. „Ein tolles Förderprogramm, das kann man jeder Kommune nur empfehlen“, lobt Kloo. Bis Januar erhofft er sich die endgültige Förderzusage.
Dann wird das Wohn- und Geschäftshaus noch einmal Thema im Stadtrat sein: Denn aufgrund der allgemeinen Kostensteigerung will die Verwaltung einen erneuten Baubeschluss einholen – immerhin ist mit Mehrkosten von an die 20 Prozent gegenüber der Kostenaufstellung aus dem Jahr 2016 zu rechnen. Nach aktuellen Berechnungen liegt das Vorhaben nun bei rund 5,5 Millionen Euro (2016: 4,8 Millionen Euro). „Wobei die Mehrkosten einzig den Preissteigerungen am Bau in den vergangenen zwei Jahren geschuldet sind“, betont Kloo.
Doch wieso diese Zeitverzögerung bei der Umsetzung? Engpässe in der Bauverwaltung, liefert der Bürgermeister die Antwort. Und vermeintlich dringliche Projekte wie die Planung für die Aufweitung der Tonwerksunterführung samt Leitungsumverlegung, die wichtige Kräfte in der Verwaltung für längere Zeit gebunden hätten. „Vonseiten der Deutschen Bahn hieß es damals, der Ausbau kann bereits 2019 erfolgen, wenn wir die Voraussetzungen schaffen“, erinnert Kloo. Unter Hochdruck habe man darauf hingearbeitet – bis es kürzlich vonseiten der DB hieß: Vor 2020 wird es nichts (wir berichteten). „Das hat uns wahnsinnig viel Zeit gekostet.“
Gibt der Stadtrat Anfang des Jahres „grünes Licht“, soll alsbald die Ausschreibung für das Wohn- und Geschäftshaus erfolgen – und möglichst noch im Frühjahr/Frühsommer die Bagger anrollen. „Sobald wir die Firmen bekommen“, so Kloo.
Minikreisel
statt Ampeln
für 2020 geplant
Nächster Schritt ist dann der Ausbau der Rosenheimer Straße zwischen Angerbauer- und Ludwigstraße – mit Wegfall der beiden Ampeln, stattdessen sollen Minikreisel den Verkehrsfluss erhöhen. Geplant: für Mitte 2020. Kommendes Jahr will die Stadt hierfür die Planung festzurren; aktuell laufen die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern um die Gehwegflächen. Sie müssten entweder abgetreten oder entsprechend öffentlich gewidmet werden – „und diese Verhandlungen sind nicht immer einfach, auch das kostet uns viel Zeit“, weiß der Bürgermeister zu berichten – und hofft dennoch auf ein gutes Vorankommen.