Kolbermoor – Es ist Vorweihnachtszeit und was wäre sie ohne das alljährliche Adventssingen der örtlichen Musikschule. Auch in diesem Jahr waren die beiden Vorstellungen am dritten Adventssonntag im Mareissaal wieder nahezu ausverkauft, die Kolbermoorer wollten sich dieses außergewöhnliche Sang- und Klangerlebnis nicht entgehen lassen. Und das zu Recht, wie es sich bei der Aufführung schnell zeigte. Einen Hörgenuss und Augenschmaus hatten die Verantwortlichen um den Leiter der Musikschule, Günther Obermeier und Dirigentin Heide Hauser zusammengestellt, ein abwechslungsreiches und auf hohem musikalischem Niveau stehendes Programm mit nicht weniger als 35 Auftritten, die die Adventszeit in nahezu allen musikalischen und auch literarischen Facetten ausleuchtete. Wobei für das Licht in gewohnter Weise Reinhard Malcher zuständig war, der auch für den richtigen Ton sorgte.
Mit dem Anstimmen des ersten Stückes waren Hektik und Stress der intensiven Vorbereitungen vergessen, jetzt übertrugen sich die Ruhe und die Erwartungen der gespannten Besucher auf die Verantwortlichen auf der Bühne. Erzählerin Regina Berger streifte eingangs die schon über 70-jährige Tradition des Adventssingens im Alpenraum, das auch im Programm der Kolbermoorer Musikschule seinen festen Platz hat. Dann hüllten die Musikanten und Sänger den Mareissaal in ein feierliches musikalisches Gewand.
Rein und melodiös die Laute der Instrumente, glockenhell und so klar wie der Sternenhimmel der Gesang der Chöre. Angefangen vom Bläserensemble Klangblech, über die Chöre und die Ferienmusi bis hin zu Mannergsang und Eabachmusi – ein jedes Stück, ein jedes Lied passte sich in das große Ganze nahtlos ein.
Dazwischen immer wieder nachdenkliche, besinnliche und auch informative Worte der Erzählerin Regina Berger, die durchaus auch kritische Beitöne hatte, wie ihre Frage: „Wo bleibt er nur, der Frieden, da kann es doch kein Weihnachten werden?“
Durch die fließenden, einfühlsamen Töne der Musiker und Sänger schien die Welt draußen für einen kurzen, andächtigen Moment Platz gemacht zu haben für einen Kosmos voller Liebe und Harmonie.
Allein schon die faszinierenden Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten der Adventsgeschichte waren auf hohem Niveau und die Sänger und Musikanten auf der Bühne erfüllten bei höchster Konzentration den Saal vorweihnachtlich.
Die weit über 100 Protagonisten des Adventssingens wechselten sich in bunter Reihenfolge ab, einem eher nachdenklichen Lied folgten die melodiösen Klänge von Zither, Posaune oder Gitarre und die Ferienmusi mit ihren jungen Akteuren erzeugte frischen musikalischen Wind.
Der entfachte sich dann fast zu einem Sturm, als der Kinderchor unter der Leitung von Elisabeth Riedel und mit musikalischer Untermalung voller Energie und Tatendrang die Bühne des Mareissaals füllte.
Überwiegend in weiße Gewänder gehüllt, erzählten die kleinen Hirten von ihren Erlebnissen; sie trugen die Weihnachtsgeschichte aus ihrer Hirtensicht zu den gespannt lauschenden Zuhörern.
Waren sie zunächst erstaunt über das, was sich in ihrem „Weiderevier“ so tat, halfen sie dann aber schnell bei der Herbergssuche von Maria und Josef, „weil d´Frau heut Nacht ihr Kindl kriagt“ und waren auch zur Stelle, als das Jesuskind geboren wurde. All das traf tief in die Herzen des Publikums, das, so schien es, manchmal den Atem anhielt, um nur ja kein noch so kleines akustisches wie auch spielerisches Detail zu verpassen. Mit dem „Andachtsjodler“ verabschiedeten sich die Künstler von ihrem Publikum, das zum Mitsingen eingeladen war und sich seinerseits mit lautem und lang anhaltendem Beifall für die zurückliegenden Szenen vorweihnachtlicher Stimmung bedankte.hko