Kolbermoor – Während um Mitternacht die Sektkorken flogen und die Raketen den Himmel über Kolbermoor erleuchteten, haben sich Adil Ahmad und seine Freunde zum Gebet getroffen – „um Punkt Mitternacht wird gebetet“, sagt der Kolbermoorer. Anschließend haben sie sich zusammen das Feuerwerk am Himmel über der Mangfallstadt angeschaut – „das war sehr schön“. Und während die meisten Kolbermoorer am 1. Januar ausgeschlafen haben, waren Ahmad und sieben Jugendliche der Jugendorganisation „Ahmadiyyaq Muslim“ gleich nach dem Gebet schon unterwegs, um die Stadt vom ganzen Silvester-Müll zu befreien: „Um 6.30 Uhr sind wir losgezogen“, sagt der Leiter der Aktion. Die Bereiche vor der Kreuzkirche bis zum Rathaus sowie den dahinterliegenden Parkplatz haben sie samt Besen und Schaufel von Unrat befreit.
Verbundenheit
zu Kolbermoor
Im Rahmen der bundesweiten Neujahrsputz-Aktion haben die Kolbermoorer Muslime ihre Heimatstadt aufgeräumt: Im ganzen Land waren über 6500 Helfer in über 240 Gemeinden unterwegs. Die Aktion gibt es seit über 20 Jahren – die Kolbermoorer sind seit drei Jahren dabei. Durch die Mangfallstadt zogen die jungen Männer rund eineinhalb Stunden. Ihre „Beute“: zehn riesige blaue Säcke voller Silvester-Müll.
Aber was ist ihre Motivation? „Wir leben in Deutschland, Kolbermoor ist unser Zuhause. Wir wollen helfen, das Land sauber halten“, sagt der 38-Jährige gestern gegenüber unserer Zeitung. So zeige man die Verbundenheit zum Zuhause.
Ahmad ist von Anfang an dabei und will auch 2020 wieder mit anpacken. Der gebürtige Pakistani, der seit fünf Jahren in Deutschland lebt, arbeitet als Hausmeister und Küchenhilfe im evangelischen Kindergarten „Haus für Kinder“ und eins steht fest: „2020 bin ich wieder dabei.“ iw