Ein Melder wacht über Eis und Schnee

von Redaktion

Wenn in Kolbermoor noch alles schläft, ist einer schon wach: der sogenannte Melder. Er teilt seinen Bauhofkollegen mit, ob und wann sie mit schwerem Räumgerät ausrücken müssen. Schnee und Eis sind für die erfahrenen Männer vom Bauhof kein Problem, wie eine Stippvisite vor der ersten großen Winterwoche zeigt.

Kolbermoor – Der Winter kann kommen und zwar mit jeder Menge Schnee: So sieht es zumindest der Winterdienst der Stadt Kolbermoor. Denn der Bauhof ist bestens gerüstet: Zwischen 70 und 80 Tonnen Salz befinden sich in dem großen grauen Silo direkt auf dem Bauhofgelände. Obendrein gibt es jede Menge Tongranulat. Und um alles auf die Straßen zu bringen, stehen acht große Räumfahrzeuge bereit. 16 Mitarbeiter bringen Salz und Tongranulat auf die Straße – obendrein räumen sie den Schnee von den Straßen. Bauhof-Leiter Michael Glas bewältigt diese Herausforderung seit 19 Jahren – im nächsten Jahr feiert er 20 Jahre Bauhof.

Aber wann genau starten die orangefarbenen Räumfahrzeuge, wann müssen die Mitarbeiter raus, wie ist der Ablauf? „Wir haben einen Mitarbeiter, der nachts ab 2.30 Uhr die Situation in der Stadt kontrolliert.“ Liegt viel Schnee, ist es an vielen Stellen im Stadtgebiet eisig, ruft der sogenannte Melder seine Bauhof-Kollegen an. Ab drei Uhr früh rücken diese dann aus: Dann wird geräumt und gestreut. Die Fahrzeuge sind so ausgestattet, dass man die Salzgramm-Zahl genau bemessen kann: „Pro Quadratmeter wird beispielsweise zwölf Gramm Salz gestreut.“ Allerdings hänge die Menge von den Witterungsverhältnissen ab. Ziel der Männer ist es, zwischen 6 und 6.30 Uhr morgens die „Brennpunkte“ geräumt und gestreut zu haben, sagt Glas. Dazu gehören alle Fahrbahnen Richtung Staatsstraße, wie beispielsweise die Rosenheimer Straße. „Sonst kommt keiner raus und keiner rein“, erklärt der Bauhof-Leiter. Ist aber bis 6 und 6.30 Uhr geräumt und gestreut, kommen die Auto- und Radlfahrer größtenteils pünktlich zum Ziel.

Neben den Bauhof-Fahrern gibt es auch drei Fußtruppen, die unterwegs sind, um Fußwege von Schnee und Eis zu befreien. Sie räumen und streuen beispielsweise vor Schulen und Kindergärten. Die Männer sind somit rund um die Uhr im Einsatz.

Autos nicht am

Straßenrand parken

Aber: „Die Anwohner müssen selbst räumen“, sagt Glas. Da komme es immer wieder zu Missverständnissen: „Einige rufen an und fragen, warum bei ihnen vor der Haustür nicht geräumt wird“, erzählt Glas, Aber: „Auf dem Gehweg vor dem Haus muss jeder Anwohner für Sicherheit sorgen“, sagt Glas. Kurz: Sie müssen selbst zur Schneeschaufel greifen. Gibt es vor dem Haus keinen Bürgersteig, müssen sie einen Streifen quasi vor dem Haus kehren, damit die Fußgänger auch dort gut und sicher zu Fuß sind. Manchmal stecken sogar die Räumdienst-Fahrzeuge fest – oder müssen zurücksetzen. Der Grund: „Viele parken ihre Fahrzeuge am Straßenrand – rechts und links ist dann alles zugeparkt.“ Die Räumfahrzeuge können sich dann nur schwer durch die engen Straßen kämpfen – denn sie benötigen etwa drei Meter Platz. Kommt eine Kurve, muss das schwere Gerät meist rückwärts wieder aus der Straße manövriert werden. Deshalb appelliert Glas an die Kolbermoorer: „Parken Sie die Autos bei Schnee nicht am Straßenrand. Dann klappt es auch mit den geräumten Straßen!“

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