Kleines Instrument, große Liebe

von Redaktion

Heute ist „Tag der Blockflöte“: Das Instrument erfährt an der Musikschule Kolbermoor eine wahre Renaissance. Völlig zu recht, finden die Musiklehrer Christine Schreier und Eduard Berger. Die beiden können sich ein Leben ohne „ihre Blockflöte“ nicht vorstellen.

Kolberrmoor – Die Noten des Liedes „Affentanz“ stehen auf dem Notenständer. Anna (7) und Max (6) schauen konzentriert aufs Blatt. Seit September sind die beiden beim Blockflöten-Unterricht der Musikschule in Kolbermoor. Und sie sind sich einig: „Es macht großen Spaß.“ Ihre Lehrerin ist Christine Schreier, die „Blockflöte“ an der Uni in Salzburg und München studiert hat. Seit eineinhalb Jahren unterrichtet sie an der Musikschule in Kolbermoor.

Blockflöte erlebt

Renaissance

Und die 30-Jährige hat viel vor: „Ich möchte die Begeisterung für die Blockflöte weiter wecken“, sagt sie. Denn das Instrument sei ein wahrer Allrounder: einerseits klein und kostengünstig, andererseits hat ein Schüler schon zu Beginn Erfolge, die Feinmotorik und Rhythmik werden gefördert.

Schreiers Begeisterung lässt sich auch auf die Kolbermoorer übertragen: An der Musikschule gibt es etwa 20 Gruppen mit je zwei Schülern. Sie sind zwischen sechs und über 70 Jahre alt. Also spielen auch ältere Semester? „Ja, es gibt nicht nur Kinder, die Unterricht bekommen.“ „Ich hatte eine Blockflöten-Schülerin, die 90 Jahre alt war.“

Die Kolbermoorer Schüler spielen alles, vom „Affentanz“ bis zu Bach und Händel. Die Blockflöte, die zu den ältesten Instrumenten der Welt gehört (siehe Kasten), erlebt derzeit eine „wahre Renaissance“, erzählt Musikschulleiter Günther Obermeier.

Der Grund: Es gibt Blockflöten-Konzerte im Fernsehen und auf Youtube, das Instrument ist bei einigen Opern fester Bestandteil des Orchesters und vor einigen Jahren wurde der Echo an eine Blockflöten-Spielerin verliehen. Ein wahres Hoch also nach der Flaute, die entstand, nachdem fast jedes Kind in der Schule Blockflöten-Unterricht hatte.

Zweiergruppen:

Qualität steigern

Mit bis zu 20 Kindern habe man damals in Schulen den Unterricht abgehalten. Und auch die Musikschule wurde überrannt: „Wir haben gar nicht gewusst, wo man die ganzen Schüler unterbringen soll“, sagt Eduard Berger. Er hat 35 Jahre die Musikschule geleitet, ging 2011 in Rente und gibt seither Blockflötenunterricht in Kolbermoor. „Ohne geht es nicht“, sagt er und lacht. Obendrein ist er mit zwei Blockflöten-Quartetten unterwegs und gibt Konzerte.

In Kolbermoor findet der Unterricht längst in Zweiergruppen statt. Die Arbeit sei intensiv, so werde die Qualität gesteigert und man komme gut voran, erzählt Schreier. Wichtiger Nebeneffekt: „So macht es großen Spaß.“

Lehrerin spielt vor,

Schüler spielen nach

Und das können die siebenjährige Anna und der sechsjährige Max bestätigen. Schreier spielt vor, die Kinder spielen nach – und dann gehts zusammen – mit ganz viel Freude. Und jetzt ist es noch der „Affentanz“, den sie spielen, aber irgendwann sind es vielleicht Werke von Bach und Händel.

Die Blockflöte – eines der ältesten Instrumente der Welt

Das Instrument zählt zu den ältesten der Welt. Archäologische Funde zeugen davon, dass Flöten, die Löcher aufweisen, zunächst aus Knochen hergestellt wurden. Diese Instrumente, bei denen der Ton durch eine Spalte erzeugt wird, kamen auf der ganzen Welt vor. Ihren Höhepunkt erfuhr die Flöte im Zeitalter des Barock – „viele Komponisten schufen Stücke ausschließlich für die Flöte“, erklärt Christine Schreier. Dazu gehören beispielsweise Händel und Bach.

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