Schon vor 50 Jahren ein Schmuckstück

von Redaktion

Umfangreiche Generalsanierung der Volksbank Raiffeisenbank Kolbermoor

Kolbermoor – „Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.“ Mit diesem Schillerwort wurde damals der Neubau der Volksbank Rosenheim, Zweigstelle Kolbermoor, blumig umschrieben. Fast genau 50 Jahre später wird die Volksbank Raiffeisenbank Kolbermoor, wie sie inzwischen heißt, generalsaniert: Sie wurde komplett entkernt.

Im März 1969 zeigte man sich vor allem begeistert vom „städtischen Charakter“ des Hauses, das seine Wirkung auch auf andere Hausbesitzer nicht verfehlen werde, wie damals im Mangfall-Boten zu lesen war.

Der steile Anstieg an Kolbermoorer Volksbank-Genossenschaftlern war damals Grund genug, sich nach größeren Räumen umzusehen. Der Kauf des alten „Weindl-Hauses“ und dessen Abriss im Juni 1966 ermöglichten es, ein repräsentatives Bankgebäude im Zentrum der Stadt zu bauen. Mit den Abbrucharbeiten wurde am 27. Mai begonnen, der Rohbau war nach viermonatiger Bauzeit fertiggestellt. Der Betrieb wurde im Januar 1969 aufgenommen. Nach fünf Jahrzehnten präsentiert sich das Gebäude nun völlig entkernt. Wie der Pressesprecher der Bank, Martin Klampfleiter mitteilt, befindet sich das Gebäude aktuell in der Generalsanierung. Es entstehen acht Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten. Erste Mietvertragsgespräche werden geführt. Eine Fertigstellung ist für Ende 2019 geplant. Die Wandflächen im Innenbereich, an welchen sich das Prokop-Kunstwerk aus Kunstharz befand, mussten aufgrund der veränderten Raumaufteilungen entfernt werden. Kampfleitner: „Das Kunstwerk war nicht mehr zu retten.“

Stadtgeschichte aus Kunstharz

Ein bedeutendes Kunstwerk des Rosenheimer Kunstmalers und Grafikers Karl Prokop zierte die Eingangshalle der Kolbermoorer Bank. Im Februar 1969 wurde die Kunstharzplastik der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Mangfall-Boten wurde sie damals so beschrieben: „Die Plastik zeigt außer den wichtigsten Bauten der Stadt (Stadtpfarrkirche, altes Rathaus, die ältesten Häuser und das Stadtwappen) symbolisch die Bevölkerungsstruktur. Besonders gut gelungen sind die verschiedenen Handwerkerzunftzeichen, die in der zweiten Reihe das Wappen mit den drei Mooskolben umrahmen. Die Zunftsymbole in der vierten Spalte gruppieren sich um das Bild des altgriechischen Gottes Hermes, im alten Rom Merkur genannt, der als Gott des Handels galt. In der fünften Spalte sind die Landwirtschaft, die Jägerei und die Forstwirtschaft vertreten. Das Kunstharz wurde zum großen Teil mit einem Spachtel feinsäuberlich aufgetragen und mit einem feinen Pinsel nachgezogen.“

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