Schwesternliebe, Flugangst und Diät

von Redaktion

Krimis, Romane, Sachbücher, CDs, DVDs, Spiele: Die Stadtbücherei Kolbermoor ist gut ausgestattet – und hat ein gutes Jahr hinter sich. Von Höhepunkten 2018 und Neuerungen 2019 erzählt die Leiterin – und von einer Gruppe, die man zurückerobern will.

Kolbermoor – 134065 Medien wurden 2018 in der Kolbermoorer Stadtbücherei ausgeliehen – ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. 2017 wurden 132824 Bücher und Co. mit nach Hause genommen. „Es war ein gutes Jahr“, lautet die Bilanz der Leiterin Gudrun Holzhauser. Neben den angestiegenen Ausleihen ist auch die Zahl der zur Verfügung stehenden Medien gewachsen: 31261 waren es 2018 – 29594 ein Jahr zuvor.

Holzhauser und ihr Team sind ständig auf der Jagd nach Bestsellern: Gibt es einen, wird er gleich angeschafft, auch zweimal – „so sind wir topaktuell“. Die beliebtesten Werke waren 2018 „Die Perlenschwester“ von Lucinda Riley – dieser Roman wurde 19-mal ausgeliehen. Den zweiten Platz belegt Psycho-Thriller-König Sebastian Fitzek mit „Flugangst 7a“ – 18-mal wurde es aus dem Regal mit nach Hause genommen. In der Sachbücher-Sparte wollen die Kolbermoorer nach Norwegen und achten auf ihre Linie: „Norwegen-Fjordland“ und „Abnehmen mit dem Thermomix“ waren am gefragtesten.

Jugendliche und Kinder waren begeistert von „Gregs Tagebuch“ und „Leo Lausemaus“, beide wurden jeweils 19-mal ausgeliehen. „Kinder packen immer viel ein“, freut sich Holzhauser. Kein Wunder, in ihrem Bereich halten sie sich gerne auf. Alles ist kindgerecht gestaltet auf Kinder-Augenhöhe. Nicht zu toppen, was die Bücherei-Ausleihe betrifft, ist die DVD „Emoji – der Film“, 28-mal wurde er ausgeliehen.

Filme stehen ohnehin hoch im Kurs: Die Veranstaltungen „Bilderbuchkino“ für die Kleinen und auch das „Senioren-Kino“ werden „sehr gut angenommen. Da ist der Saal immer proppevoll“. Und der „Englisch-Stammtisch“ ist beliebt – eine Muttersprachlerin trifft sich zum Austausch mit den Kolbermoorern.

Jugendliche

brechen weg

Aber: „Es brechen die Jugendlichen weg“, erzählt Holzhauser. „Als das G 8 eingeführt wurde, hat sich das stark bemerkbar gemacht“, erzählt sie. Die Jugendlichen hatten nachmittags Unterricht und keine Zeit mehr, sich ihren Hobbies zu widmen, wie auch dem Besuch der Bücherei.

Aber wie wollen Holzhauser und ihr Team die Jugendlichen zurückgewinnen? „Das ist sehr schwierig. Aber wir versuchen es“, sagt sie. Das wird auch probiert, in dem das Team beispielsweise den Bereich CDs/DVDs sowie E-Books immer weiter ausbaut. „So hoffen wir, dass wir sie zurückgewinnen können“, sagt sie – und natürlich mit dem „Leseclub“.

Dieses Angebot findet jedes Jahr im Sommer statt. 2018 haben 100 Mädchen und Buben zwischen acht und 15 Jahren teilgenommen und sich quasi durch den Sommer gelesen. Der „Leseclub“ ist einer der vielen Veranstaltungen – 114 waren es 2018. Höhepunkt war die Lesung im Frühjahr mit Gabriele Krone-Schmalz. Als die Russland-Expertin kam, war der Saal ausverkauft – 150 lauschten der Historikern, als sie über die politischer Lage in Russland sprach. Außerdem fanden Bücher-Flohmärkte, Lesungen für Groß und Klein sowie Kasperltheater statt.

Für 2019 hat sich das Team auch schon etwas für die Kleinen einfallen lassen: Ab Frühjahr sollen die „Tonies“ im Angebot der Bücherei sein. Ein Audiosystem für die Allerkleinsten. „Zwei dieser Geräte haben wir bereits angeschafft sowie die passenden CDs dazu.“ Obendrein finden wieder Lesungen, Film-Nachmittage und der Englisch-Stammtisch statt. Am meisten freut sich Holzhauser auf die vielen neuen Bücher. Krimis hat sie am liebsten. Und sie selbst legt die Latte hoch: „Ich lese zwei bis drei die Woche.“

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