Ortsmitte, Bahnhof und Wohnungen

von Redaktion

Aktuelles Interview Bürgermeister Peter Kloo über Projekte 2019

Kolbermoor – Bürgermeister Peter Kloo kennt „sein Kolbermoor“ wie seine Westentasche – deshalb weiß er auch um die Sorgen und Nöte der Bürger – Tonwerksunterführung, Kindergartenplätze, Pächter am Bahnhof und bezahlbarer Wohnraum. Was die Stadt 2019 anpackt – was erst 2020 realisiert werden soll, erzählt der Rathauschef im Gespräch mit unserer Zeitung.

Herr Kloo, können Sie Kolbermoor in drei Worten beschreiben?

Dynamisch, verändert sich ständig, sehr konstant.

Was würden Sie einem Touristen zeigen?

Wir bekommen ja öfter Besuch. Ich zeige ihnen das Rathaus, dann gehen wir in Richtung Werkssiedlung an der Mangfall entlang und wieder zurück. Heute ist es eine Stadt mit rund 20000 Einwohnern, vor 150 Jahren war es ein weißer Fleck auf der Landkarte.

Welche Projekte beschäftigen Sie heuer?

Was die Bürger erst in ein bis zwei Jahren sehen werden: Wir wollen die Ortsmitte gestalten und befinden uns in der Planungs- und Gestaltungsphase: Ortsmitte, Bahnhof, Tonwerksunterführung.

Wie schaut es mit dem städtischen Wohnungsbau aus?

Rund 250 Wohnungen sollen auf dem ehemaligen Conradty-Gelände entstehen – das wird ein Riesenprojekt. Wichtig ist uns, dass auch geförderter Wohnungsbau darunter ist. Allerdings wird es erst in den nächsten Jahren angegangen. Wir sind jetzt bereits mit dem Lärmschutz beschäftigt hinsichtlich des Wasserkraftwerks. Obendrein sollen heuer 17 geförderte Wohnungen im Wohn- und Geschäftshaus am Rathausplatz entstehen.

Die Tonwerksunterführung soll erst 2020 kommen. Warum zieht es sich?

Die Deutsche Bahn ist ein „träges System“ und das ist ärgerlich. Aber ich kann teilweise die Verzögerungen verstehen, da es wirklich ein kompliziertes Unterfangen ist: Der Bahnverkehr kann während der Maßnahme an bestimmten Wochenenden nur eingleisig fahren. Dennoch hoffe ich, dass es 2020 losgehen kann.

Der Bahnhof soll im Mai fertig sein. Haben Sie schon einen Pächter für die Gastronomie?

Derzeit nicht. Mir schwebt ein Tagescafé mit einem kleinen Bistro vor. Wir hoffen, dass sich dort Schüler und Studenten auf der Durchreise treffen, aber auch das Damenkränzchen zusammenkommt und natürlich Mamas mit ihren Kindern. Wichtig ist, dass es nicht zu abgehoben wird und kein Bahnhofskiosk wird.

Wie schaut es mit den Kita-Plätzen in diesem Jahr aus?

Es ist eine große Herausforderung – mit viel Kaffeesatzleserei. Wir wissen erst im Februar, wie hoch der Bedarf genau ist.

Was ist mit einen Kita-Bau an der Hölderlinstraße?

3000 Quadratmeter gehören auf dem Gelände der Stadt. Wir favorisieren ein „flexibles System“, eine Art „Kindergarten-Dorf“. Man könnte ein Blockhaus dorthin stellen. Das Haus könnte dann beispielsweise von einer Waldkindergarten-Gruppe genutzt werden. Wir sind bereits mit Trägern im Gespräch. Mit so einer Lösung ist man flexibel: Sind viele Kinder angemeldet, bekommen sie einen Platz im Blockhaus, sind es weniger, kann das Haus an der Hölderlinstraße leerstehen.

Könnte denn das Haus so schnell realisiert werden, falls im September die Nachfrage an Kita-Plätzen groß ist?

Nein, so schnell geht das nicht. Wir haben kleine Reserven, aber es könnte Wartelisten geben. Außerdem hebt der Naturschutz den Finger in puncto Gelände an der Hölderlinstraße wegen bedrohter Tierarten. Wir müssen abwarten. Es laufen aber auch Gespräche mit Investoren bezüglich des Conradty-Haus C wegen eines Kindergartens – allerdings wäre das Plan B.

Wie ist der Status bei der Rosenheimer Straße in Richtung Bahnhof?

Die Straße soll vom Ortseingang bis zum Ortsausgang an der Grubholzer Straße frei von Ampeln werden, eventuell soll Tempo 30 umgesetzt werden. Dazu kommt auch die Straße durch den Anschluss des Aicher-Parks an die B15West, dann können wir auch den entsprechenden Lkw-Verkehr aus der Stadt bringen und somit wird auch das Gesamtsystem der Rosenheimer Straße wesentlich leistungsfähiger.

Wie schaut es aus mit den beiden Minikreiseln an der Rosenheimer Straße?

Zwei Minikreisel sollen an der Rosenheimer Straße, Ecke Ludwigstraße sowie an der Rosenheimer Straße Ecke Rathaus entstehen. Obendrein ein Boulevard – allerdings wird das heuer nicht realisiert. In puncto Straßen gibt es heuer keine Planungen.

Wie ist der Stand der Dinge bei der Straßenausbausatzung?

Vom Ministerium haben wir bisher noch keine Informationen bekommen, wie die Abrechnung laufender beziehungsweise zukünftiger Straßenausbauten finanziert werden soll. Bisher haben wir nur die Information, abzuwarten bis die entsprechenden Richtlinien erarbeitet sind.

Wie geht es aber an der Unteren Mangfallstraße Richtung Osten und an der Peter-Rosegger-Straße weiter?

Auch da müssen wir abwarten.

Ihr Lieblingsplatz in der Stadt?

Das Kanapee (lacht). Nein, mein Lieblingsplatz ist der Karl-Daniels-Platz – das ist das Herz Kolbermoors.

Interview: Ines Weinzierl

Artikel 6 von 7