Kolbermoor – Jutetasche statt Plastiktüte, Honig vom Imker aus der Nachbarschaft statt aus China, Radl statt Auto und Pellets statt Ölheizung – das Thema Energie und Klima ist ein weites Feld. Um die Themen zu bündeln und sie mit den Kolbermoorer Bürgern ganz konkret und auf die Stadt zugeschnitten zu besprechen, hat die Kommune vor etwa zwei Jahren einen „Energiestammtisch“ ins Leben gerufen. So weit so gut.
Aber über die Monate wurde der Zuspruch der Bürger immer geringer: „Zu Beginn kamen 25 Bürger, zum Schluss nur noch unter zehn“, erklärt Christian Poitsch gegenüber unserer Zeitung. Deshalb handelt der Stadtmarketingbeauftragte jetzt und stellt diese Energie-Initiative auf den Prüfstand.
Interessen der
Bürger bündeln
Bei einem Treffen Ende Januar soll es gemeinsam mit den Bürgern um die Frage gehen, wie es mit dem Stammtisch weitergehen soll. Welche Formate sind passend? Sind ein Energieverein oder eine Bürgerinitiave besser geeignet, die Interessen der Bürger zu bündeln? Falls sich die Bürger das wünschen, könnten sie selbstständig Ideen ausarbeiten, die auf Kolbermoor zugeschnitten sind. Und sie dann folglich an die Verwaltung herantragen. Das könne sinnvoller sein, als eine Initiative der Stadt, so Poitsch, aber das wird das Treffen Ende Januar zeigen. Warum der Zuspruch rückläufig ist, erklärt sich Poitsch so: „Wir haben keine Stadtwerke und keine Kläranlage vor Ort – die Themen Energie und Klima sind nicht deutlich sichtbar in der Stadt.“
Martin Korndoerfer, Klimaschutzbeauftragter der Stadt, hatte gehofft, dass sich aus dem Stammtisch vielleicht ein Arbeitskreis oder ein Energiewende-Verein entwickelt – „aber daraus ist leider nichts geworden“. Er habe seit Gründung des Stammtisches gehofft, dass man gemeinsam mit den Bürgern „etwas auf die Beine stellen könnte“. Auch er habe Ideen eingebracht, wie beispielsweise den Besuch eines Hauses, das sich durch die eigene Fotovoltaikanlage auf dem Dach selbst versorgt. „Aber damals hat sich nur eine Person angemeldet – und der Termin wurde abgesagt.“
Bei dem Treffen Ende Januar soll eben auch erörtert werden, welche Themen aus Klimaschutz und Energiebereich für die Bürger interessant sind. Korndoerfer sagt, dass er viele Vorschläge habe: Beispielsweise Experten einzuladen, die den Bürgern erklären könnten, wie sie ihr Haus, ihre Wohnung energetisch sanieren könnten. Aber auch diesen Vorschlag müssen die Bürger wollen.