Helbichs letzte Rathaus-Woche

von Redaktion

Gabriele Helbich, die alle Kollegen Gaby nennen, gibt am 12. Februar nach über zwei Jahrzehnten ihren Rathaus-Schlüssel ab: Da startet sie neu durch und verabschiedet sich ins Rentner-Dasein. Was sie plant und welches ihre spannendsten Erlebnisse im Rathaus sind, erzählt sie im Mangfall-Boten.

Kolbermoor – Gabriele Helbich, die jeder Kollege Gaby nennt, arbeitet seit 1997 im Kolbermoorer Rathaus – aber jetzt ist Schluss. Am 12. Februar ist ihr letzter Arbeitstag. An diesem Tag geht die gebürtige Kolbermoorerin in Rente – „nachmittags gebe ich die Schlüssel ab.“ Ihr Gefühl? „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt die Verwaltungsfachangestellte, die für den Sitzungsdienst zuständig ist. Und wenn ihre Sitznachbarin Renate Breit im Urlaub ist, übernimmt Helbich deren Job – dann ist sie die Sekretärin des Bürgermeisters. Ihre Nachfolgerin wird Petra Pitschka – „sie unterstützt uns jetzt schon“, sagt Helbich (63).

Jeden Morgen schwingt sie sich auf ihr Radl und fährt die zehn Minuten von Kolbermoor-Süd ins Herz der Stadt, zum Rathaus. Dann fährt sie ihren Computer hoch, sichtet die Akten und macht sich an die Arbeit, den Sitzungsdienst: Sie übernimmt die Ladung der Dienste, schreibt die Protokolle und übernimmt die Niederschriften – und das seit 1997. „Ich mag meine Arbeit, die verschiedenen Aspekte.“ Vor allem weiß sie über vieles bescheid. Aber: „Ich muss Stillschweigen Bewahren.“ Und das tut sie. Denn natürlich gebe es Probleme, die man sich als Bürger gar nicht denken kann. Ein Beispiel? „Nein.“ Stillschweigen eben.

Redselig wird die sympathische Angestellte aber, wenn es an die Zeit nach dem 12. Februar geht. Denn sie und ihr Mann, der im März in Rente geht, haben viel vor: Kurzurlaube will sie machen, nach Südtirol, in den Bayerischen Wald und nach Berlin – „denn dort wohnt mein Sohn“, sagt sie. Dann setzt sie sich in den Zug und rauscht Richtung Norden. Und neben den kleinen Kurztripps hat sie schon eine große Reise im Visier – alles ist gebucht. „Mein Mann und ich fahren nach Tansania.“

Und dann? „Dann werde ich meine Zeit genießen“ – weiterhin in der Volkstanzgruppe Rosenheim dabei sein, mich sportlich betätigen, vielleicht Yoga, und auf jeden Fall will sie spontan in die Berge zum Wandern fahren. Denn bisher war das ja nur am Wochenende möglich – „künftig muss ich nicht immer schauen, ob die Autobahn verstopft ist“. Helbich kann fahren, wann es ihr gefällt. Und dann erklimmt das Paar die Hausberge: Wendelstein, Hochries und die Kampenwand – Helbichs wollen hoch hinaus.

„Mir wird das

alles schon fehlen“

Aber bevor es werktags auf die Berge geht, hat sie noch einige Tage Arbeit vor sich: „Mir wird das alles schon fehlen“, sagt sie und schaut ihre Kollegin Renate Breit an, die traurig zu Boden schaut. Seit 2010 sind die beiden in einem Büro – kennen sich gut, erzählen sich viel – „meine Kollegin sehe ich ja wirklich am meisten von allen Menschen“, sagt sie. Stimmt. Und eins steht fest: „Auf einen Kaffee treffen wir uns – auch wenn ich in Rente bin.“

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