Singen, Pferde und Körbeflechten

von Redaktion

Europa, Umwelt sowie Revolution und Rätezeit: Das sind die drei Schwerpunktthemen der Kolbermoorer Volkshochschule. Natürlich gibt es auch Yoga, Kochen und Deutschkurse. Warum die Nachfrage danach so groß ist, erzählt Leiterin Ulrike Sinzinger.

Kolbermoor – Um an Kursen bei der Volkshochschule (VHS) teilzunehmen, muss man hingehen. Anders ist das ja nicht möglich. Oder doch? Bei der Kolbermoorer Einrichtung geht es auch von Zuhause aus. Die „Webinare“ ermöglichen den Bürgern an Angeboten teilzunehmen, ohne die heimische Couch zu verlassen. Und das geht so: Via Link, den der Teilnehmer im Vorfeld erhalten hat, loggt sich der Interessierte ein. Und kann den Dozenten sehen und hören und los geht es.

Heuer sollen „Datenschutzgrundordnung in der Praxis“ und „Digitale Spuren im Internet“ beispielsweise via Computer verfolgt werden können. Das Beste: „Interaktion ist möglich“, sagt VHS-Leiterin Ulrike Sinzinger. Das heißt: Der Teilnehmer kann Fragen stellen, die der Dozent prompt beantwortet.

Neben diesen Webinar-Angeboten, die immer weiter ausgebaut werden sollen, stehen 2019 drei Schwerpunkte fest: „Europa“, „Umwelt“ sowie „100 Jahre Revolution in Bayern und Rätezeit in Kolbermoor“. Zu letzterem soll beispielsweise der Vortrag „Lena Christ“ (14. Februar) sowie „Stadtführung auf den Spuren des roten Kolbermoors“ (5. April) stattfinden.

Zum Thema „Umwelt“ stehen Vorträge und Filme auf dem Programm, aber auch Exkursionen, wie Stadtradeln „Die Bauern-Route“ beispielsweise, die am 29. Juni stattfindet. Vom Landwirt geht es dann über nach Europa: „Neuer Nationalismus in Europa“ (27. Februar), „Brexit – was bedeutet das für Deutschland, Großbritannien und Europa“ (21. März) – insgesamt finden acht Vorträge zum Thema statt. Aufhänger? Die Europawahl im Mai.

Sinzinger ist wichtig, dass die Volkshochschule Themen aufbringt, aber natürlich auch die allseits bekannten Angebote, wie Gymnastik, Koch- sowie Sprachkurse.

Und ein Angebot ist besonders begehrt: „Deutsch für alle“ – gleich zwei Kurse werden heuer angeboten. „Die Nachfrage ist besonders groß“, sagt Sinzinger. Viele ausländische Bürger fallen aus allen Rastern, um an Deutschkursen teilnehmen zu können – „Menschen, die abgelehnt, aber geduldet werden“ oder Bürger, die schon länger in Kolbermoor leben, hier arbeiten, aber nie die Sprache richtig gelernt haben.

Das können sie bei „Deutsch für alle“ – diese Lücke schließt die Volkshochschule Kolbermoor mit zwei Kursen. Daneben gebe es noch Besonderheiten wie den Workshop „Trau dich singen“, „Umgang mit Pferden“ und ein Korbflechtkurs.

So war das Jahr 2018 der Volkshochschule Kolbermoor

Die Bilanz: 347 Kurse hat die VHS Kolbermoor angeboten, die 1495 Teilnehmer besuchten. Im Vergleich: Im Jahr 2017 waren es 1536 Teilnehmer in 387 Kursen. Die Programmbereiche die EDV, Sprachen, Gesundheit und die Einzelveranstaltungen, also die Summe der Vorträge und Seminare, entwickelten sich unterschiedlich: „Die Einzelveranstaltungen mit 646 gegenüber 566 Besuchen profitierten sicherlich von der ausverkauften Großveranstaltung mit Prof. Dr. Krone-Schmalz“, so Sinzinger. Der Bereich der Sprachen zeichnet ein stabiles Bild (559 gegenüber 565 Anmeldungen). Hauptverantwortlich für den Rückgang stellt der Gesundheitsbereich dar: Konnten im Jahr 2017 1519 Anmeldungen für Gesundheitskurse entgegengenommen werden, so waren es 2018 nur 1301 Anmeldungen, bilanziert Sinzinger. „Der Rückgang der Anmeldungen schlägt stärker zu Buche als der Rückgang der Kurse: durchschnittlich ist ein Kurs mit weniger Teilnehmern gefüllt.“ Einen speziellen Grund gebe es nicht, das Bild ergibt sich aus der Summe von Gründen wie beispielsweise der Verabschiedung der Kursleiter und Kursausfällen. Die wirtschaftliche Konsequenz zeigt das Jahresergebnis an Einnahmen aus den Kursgebühren: 2018 konnten 128889 Euro erwirtschaften – im Vergleich zu 143402 Euro im Vorjahr. Hinzu kommen noch Einnahmen für die Durchführung niederschwelliger Deutschkurse.

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