Resolution verabschiedet

von Redaktion

Heißes Thema Brenner-Nordzulauf: Dass die Güter auf die Schiene müssen, darin ist sich der Kolbermoorer Stadtrat einig. Aber das Gremium fordert in einer Resolution das Bundesverkehrsministerium einstimmig auf, die Planungen auf Sinnhaftigkeit zu überprüfen.

Kolbermoor – Der Brenner-Nordzulauf erhitzt in der Stadtratssitzung die Gemüter der Politiker und der Zuhörer, die zahlreich erschienen waren. Grund war die angestrebte Resolution zum „Brennerbasistunnel-Nordzulauf“.

Georg Kustermann (Grüne) erklärt, dass er häufig darauf angesprochen werde, dass man einen Planungsstopp fordere. Aber: „Das ist nicht richtig. Doch der falsche Plan wäre das Schlimmste“, sagt er im Gremium. Denn er und auch die anderen Stadtratsmitglieder fordern die Trassenplanungen zu überdenken. Und so schlug Kustermann vor, Planungen für eine Trasse in östliche Richtung voranzutreiben – „Altötting, Burghausen beispielsweise“.

Dem stimmt auch Bürgermeister Peter Kloo (SPD) zu: „Wo kommt der Verkehr her – wo soll er hin? Man sollte wirklich eine östliche Trasse, zum Beispiel Regensburg, Ingolstadt in Betracht ziehen“, sagt er. Denn die Trasse vorbei an München, Grafing, Kolbermoor und Rosenheim sei ohnehin sehr dicht besiedelt. Neben der Besiedlungsdichte solle auch an die geologischen Gegebenheiten wie Moore und enge Tallagen gedacht werden. Und deshalb fordert der Rathauschef vom Bundesverkehrsministerium, die Planungen zu überprüfen. „Ich will das einfach alles geprüft wissen.“

„Wir müssen

Haltung zeigen“

Deshalb müsse diese Resolution auf den Weg gebracht werden – auch von den Kolbermoorern. Denn Gemeinden wie Stephanskirchen und die Stadt Rosenheim haben die Resolution längst in Richtung Bundesministerium verabschiedet.

Dem stimmte auch Dieter Kannengießer (Parteifreie Kolbermoor) zu, denn natürlich solle nach einer europäischen Lösung gesucht werden, aber: „Ich bin natürlich Europäer, aber in erster Linie Kolbermoorer“, sagt der Stadtrat. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) habe bei dem Treffen am Montag in Rosenheim „nur ausweichende Antworten parat gehabt“, klagte Kannengießer an. Das reiche nicht aus – „wir brauchen klare Antworten“. Dass sah Andrea Rosner (Grüne) genauso: „So kann es nicht weitergehen. Wir müssen ein Zeichen setzen“, fordert sie im Hinblick auf die Resolution.

Aber Bedenkenträger gab es doch: „Macht denn die Resolution Sinn?“, fragte sich Markus Schiffmann (CSU) und gab sich selbst gleich die Antwort: „Sie wird abgeheftet“, sagt er. „Uns alle bringt das nicht vorwärts.“

Das sah Dagmar Levin (SPD) komplett anders: „Wir müssen Haltung zeigen.“ Sie ärgerte sich beispielsweise über die Treffen mit der Deutschen Bahn: „Wir waren alle Willens, wollten alle mitplanen, aber seitens der Bahn ist keine Diskussion möglich.“ Was verschweigt die Bahn?, fragte sie. Um das unter anderem herauszufinden erachtet Levin die Resolution für äußerst wichtig: „Wir müssen uns Gehör verschaffen. Schließlich geht es um den ganzen Landkreis und das Inntal.“ Das Gremium votierte schließlich einstimmig für die Resolution. Die Bürger klatschen auch – geschlossen.

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