Kolbermoor – Um 1,4 Millionen Euro soll der Neubau am Rathausplatz jetzt teurer werden. Gründe für die Preissteigerung sind laut Bauamtsleiter Andreas Meixner der anhaltende „Bauboom“. „Die Lohn- und Materialkosten sind exorbitant gestiegen“, erklärt Meixner dem Stadtrat.
Das Architekturbüro Behnisch plant den Neubau – der zuständige Architekt Stephan Leissle war im Stadtrat zu Gast. Seit der ersten Planung habe es einige Veränderungen gegeben, beispielsweise einen zusätzlichen Aufzug sowie einige Kühlzellen für die geplante Gastronomie.
17 geförderte
Stadtwohnungen
Stichwort Gastro: Weil die Stadt nach einem geeigneten Pächter gesucht hat, habe sich der Bau unter anderem verzögert. Schließlich wolle die Stadt gemeinsam mit dem Pächter ein optimales Konzept erarbeiten. Obendrein habe die Baugenehmigung „auf sich warten lassen“. Aber „ich rechne in etwa 14 Tagen damit“, erklärt Meixner.
Zurück zum Objekt: Im Erdgeschoss soll eine Gastronomie auf 370 Quadratmetern entstehen. In den oberen Stockwerken sollen 17 Wohnungen mit Balkonen gebaut werden. Ihre Größe soll zwischen 38 und 80 Quadratmetern betragen. Alle 17 Wohnungen sind übrigens barrierefrei „mit Duschen und Badewannen“, so Architekt Leissle.
Außerdem gibt es im Keller eine Waschküche, Fahrrad- und Abstellräume. Obendrein werde es ein energetisches Haus, was die Dämmung und Energie betrifft. „All das macht es zu einem besonderen Haus“, sagte Leissle.
Bürgermeister Peter Kloo erklärt, dass die Rahmenbedingungen für das kommunale Förderprogramm weiterhin greifen. Das heißt: Die Stadt erhält einen Zuschuss von 30 Prozent. Obendrein gebe es gegebenenfalls ein Zins-Darlehen von 0,99 Prozent. „Es ist ein geförderter und sozialverträglicher Wohnbau“, so Kloo.
Allerdings erhitzte die Kostensteigerung im Stadtrat die Gemüter: „Die Mehrkosten belasten einen schon, deshalb sollten wir es uns nicht leicht machen“, sagte Georg Kustermann (Grüne). Schließlich handele es sich um Steuergelder, mahnte er an. Aber: „Wir schaffen bezahlbaren Wohnraum für die Bürger“, sagte er.
„Natürlich haben sich die Preise für den Bau geändert, dennoch ist es ein rentierliches Projekt. Wir wollen bei dem Beschluss bleiben“, sagte Dieter Kannengießer (Parteifreie Kolbermoor).
Dem schloss sich auch Dagmar Levin (SPD) an: „Es ist die gute Stube der Stadt – und deshalb muss das Projekt schnell vorangebracht werden.“ Denn die SPD-Frau stört das „derzeitige „Gesamtensemble schon“. „Im Frühjahr muss man dort unbedingt etwas machen.“ Das Gremium stimmte dem Beschluss, das Gebäude für 6,5 Millionen zu bauen, einstimmig zu.