Kolbermoor – In der Natur spielen und etwas dazu lernen: Das können Kolbermoorer Mädchen und Buben voraussichtlich ab Herbst 2020 in den Waldkindergartengruppen der neu errichteten Blockhäuser auf dem etwa 3000 Quadtratmeter großen städtischen Gebiet an der Hölderlinstraße.
Dort sollen drei bis vier kleine Blockhäuser beispielsweise aus Rundstämmen entstehen, zwischen 50 und 100 Quadratmeter groß sollen sie sein. In jedem der Häuser soll eine neue Gruppe mit jeweils 20 bis 25 Kindern untergebracht werden.
Bis zu 45 Kinder
haben Platz
Im ersten Schritt sollen zunächst zwei Blockhütten gebaut werden. Um deren Trägerschaft haben sich vier Träger beworben: Jetzt wurde im Stadtrat berichtet, welche Träger letztendlich den Zuschlag bekommen haben. Zum einen die Caritas mit der Einrichtung „Heilige Dreifaltigkeit“, sie wollen in einem der geplanten Blockhäuser eine feste Außengruppe für 25 Kinder einrichten. Die Kleinen sollen dort ganztägig betreut werden. Zum anderen soll die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde mit den „Kleine Strolchen“ zum Zuge kommen, die dort ebenfalls eine feste Gruppe realisieren möchten. Dort werden die rund 20 Kinder bis 14 Uhr betreut. „Diese beiden erhalten den Zuschlag“, sagte Elisabeth KalenbergGeschäftsleiterin der Stadt im Gremium.
Leer ausgegangen sind die Arbeiterwohlfahrt (AWO), da sie das Blockhaus als eigenständige Einrichtung betreiben wollte – nicht wie geplant als Außengruppe einer bestehenden Einrichtung sowie das Diakonische Werk. Dieser etwaige Träger wollte zwar neue Plätze schaffen, dafür sollten allerdings bei den Mangfallwichteln 13 Krippenplätze wegfallen. Im Hinblick auf die Bewohner-Entwicklung der Stadt wurde diesen Trägern eine Absage erteilt.
Jetzt fehlt nur noch die Untere Naturschutzbehörde: Die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung des Geländes ist mittlerweile abgeschlossen. Jetzt müssen noch offene Fragen geklärt werden. Anschließend kann das Bauleitverfahren in die Wege geleitet werden: Im Herbst 2020 könnten die ersten Blockhütten an der Hölderlinstraße also von Kolbermoorer Mädchen und Buben bezogen werden.
Ob denn die Straßen leistungsfähig genug seinen, wollte Georg Kustermann (Grüne) wissen, und es ausreichend Parkplätze für die Eltern gebe. Kloos prompte Antwort: „Kurzparkplätze sind geplant.“ Grundstücksfragen seien schon geklärt.
Wegen der Parkplätze machte sich Dagmar Levin (SPD) zunächst keine Gedanken, schließlich könnten die Eltern ihre Kinder auch mit dem Radl zur Blockhütte an die Hölderlinstraße bringen – oder eben zu Fuß. Vielmehr freue sie sich darüber den „Naturraum für Kinder erlebbar zu machen“, sagte sie.
Dieter Kannengießer (Parteifreie Kolbermoor) mahnte an, dass es mittelfristig nicht bei diesem einen Projekt bleiben könne: „Wir brauchen einfach mehr Plätze“, sagte er. Dem stimmt auch Rathauschef Peter Kloo (SPD) zu. „Es eine große Herausforderung“, sagt er dem Gremium. Durch die sogenanten I-Kinder, die mehr Betreuung benötigen, reiche der bisherige Betreuungsschlüssel von eins zu zwölf nicht mehr aus. Ergo: Plätze brechen Plätze weg. Ob heuer alle Kolbermoorer Kinder einen Platz bekommen wird sich nach dem Anmeldetag am Dienstag, 26. Februar, im Mareissaal zeigen.