Kolbermoor – Sie gelten als gefährdet, lieben die Nächte und haben etwas faszinierendes an sich: Fledermäuse. Auch in Kolbermoor sind die fliegenden Säugetiere unterwegs. Insbesondere zwischen Spinnereipark und Mangfallkanal. Dort wurden die sogenannten „Jäger der Nacht“ bereits mehrmals vom Kolbermoorer Bund Naturschutz beobachtet: Die Vorsitzende Katharina Meidinger und ihr Stellvertreter Klaus Dehler haben sie dort schon mehrmals gesehen.
Abendsegler und Co.
im Spinnereipark
Das wollen sie jetzt mit den Kolbermoorer Bürgern teilen und deshalb bietet Klaus Dehler federführend vom Bund Naturschutz erstmals Führungen zu den Kolbermoorer Fledermäusen an. Im Sommer geht es los, im Juni und Juli unternehmen Interessierte Führungen zu den Säugern (siehe Kasten). Übrigens: Weltweit gibt es über 1000 Arten – in Bayern leben zwischen 23 und 25 Arten, in Kolbermoor hat Dehler bisher vier Gattungen gesichtet.
Dazu gehören Abendsegler, Zwerg-, Wasser- und Bartfledermäuse. Aber Dehler ist sich sicher, dass es noch weitere Arten in der Mangfallstadt gibt: „Ich bin noch am Anfang meines Monitorings und daher sicher, dass heuer noch mehr Arten auftauchen.“ Vielleicht erspähen die Teilnehmer seiner Führungen weitere Gattungen. Abwarten und Taschenlampen bereithalten.
Es gibt aber auch Arten mit denen Dehler hier nicht rechnet: Mausohren und Hufeisennasen zum Beispiel –„die sind in Kolbermoor sehr unwahrscheinlich“. Warum? „Hufeisennasen sind deshalb unwahrscheinlich, weil sie extrem selten sind.“ In Bayern gebe es nur eine größere Kolonie von kleinen Hufeisennasen auf der Herreninsel im Schloss Herrenchiemsee. Die einzige Kolonie der großen Hufeinsennase in Bayern gibt es in einem Fledermaushaus in der Oberpfalz, so Dehler.
Bürgern die
Natur nahebringen
„Das große Mausohr lebt ebenfalls in großen Kolonien und benötigt große Dachstühle, wie sie zum Beispiel in alten Kirchen vorkommen. „Unsere Kirchen beherbergen leider keine Mausohren. Ansonsten haben wir in Kolbermoor keine Gebäude mit ähnlich großen Dachstühlen.“
Ziel des Bund Naturschutz Kolbermoor ist es, „die Bürger näher an die Natur heranzuführen“, sagt Meidinger – und da eignen sich Tiere bestens. Obendrein soll noch eine Führung zum Naturschutzgebiet Kalten – ein Termin steht noch nicht fest –sowie zum Kolbermoorer Tonwerksgelände (21. Juli) stattfinden.
Fest steht allerdings, dass Dehler bis zu 20 Fledermäuse gezählt hat. Und ihr blutrünstiges Image haben sie zu unrecht: Die Säuger leben in Gruppen und sie kümmern sich rührend umeinander: Sie putzen sich gegenseitig, teilen ihr Futter.