Neue Ideen auf den Weg gebracht

von Redaktion

Energiestammtisch: Bürger diskutieren über die Zukunft – Experte vor Ort

Kolbermoor – Wie geht es weiter mit dem im Rahmen des Klimakonzepts der Stadt Kolbermoor initiierten Energiestammtisch? Bei den vergangenen Treffen hatte er deutlich an Interessentenzuspruch verloren (wir berichteten). Diese Frage stand auf der Agenda beim Treffen der Mitstreiter im Sitzungssaal des Rathauses, zu dem der Klimaschutzmanager der Stadt, Martin Korndoerfer, und Christian Poitsch vom Stadtmarketing eingeladen hatten.

Korndoerfer stellte die Frage: „Was machen wir jetzt, nachdem die Resonanz so stark nachgelassen hat.“ Eine Antwort darauf fanden die nur elf Teilnehmer nicht, aber einige Ideen wurden diskutiert und unter die Lupe genommen.

Den Aspekt, in dessen Richtung die Diskussion dann lief, steuerte der als Gastredner eingeladene Kolbermoorer Neubürger Rainer Tschichholz bei, der über Gründung und Arbeit des Energievereins Siegen-Wittgenstein berichtete.

Als Mann der ersten Stunde war der Referent an der Vereinsgründung 2011 beteiligt. Zu den fünf Gründungsmitgliedern gesellten sich weitere Interessenten hinzu, aktuell zählt der Verein 40 Mitglieder, darunter Firmen wie der Energiekonzern RWE, Vissmann Buderus oder Weishaupt.

Tschichholz, der seit September in Kolbermoor wohnt und Ehrenpräsident der Siegener ist, erläuterte die Aufgaben des Vereins, der das Gebiet des nordrhein-westfälischen Landkreises Siegen-Wittgestein umfasst. Neben der Sachinformation und der Beratung zu allen Fragen der Altbausanierung und der Energieeffizienz, ist der Austausch von energetischen Informationen in Form von Netzwerken bedeutend und wird auch die Vermittlung von qualifizierten Dienstleistung beim Bürger stark nachgefragt.

Um den Verein auch bekannt zu machen und über seine Aufgaben zu informieren, bedienten sich die Verantwortlichen der örtlichen Presse, verteilten Flyer und Broschüren und machten ihren Veranstaltungskalender publik, der Themen wie Beseitigung von Hausschimmel, E-Mobilität, Asbest im Eigenheim oder sinnvolles Heizen enthielt.

Dazu kamen Projekte oder Veranstaltungen wie der „Klimaneutrale Firmenlauf“ mit über 9000 Teilnehmern oder die Energieberatung für einkommensschwache Haushalte. Auf der Vereinsfahne standen aber auch Energie- und Aktionstage, die Entwicklung und Beratung zum „energieklugen Dorf“ oder auch die Energieberatung in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale.

Wichtig für die Aktualität des Vereins sind auch die Vermittlung von Fachwissen, Beratung, Fachveranstaltungen, Märkte und die kooperative Zusammenarbeit mit Energieunternehmen in der Siegener Region.

Den Bogen spannte er dann zu den „Kolbermoorer Verhältnissen“ und er stellte die Frage, ob denn „ein diesbezüglicher Verein Sinn“ machen würde und wer die Mitglieder sein könnten. Denn grundsätzlich wäre ein solcher Energieverein „eine gute Sache“. Er beinhaltet aber auch „viel Engagement der Mitglieder, denn es braucht Leute, die das stemmen können und auch wollen“. Von einer mehrköpfigen „Kernmannschaft mit genauer Aufgabenteilung“ war die Rede.

Das ganze Mangfalltal

mit ins Boot holen

Den Ball nahm Martin Korndoerfer auf, der sich „viele interessante Dinge“ bei einer Vereinsgründung versprach. „Aber Kolbermoor ist nicht Siegen“ und damit war auch schon die Richtung vorgegeben, andere Gemeinden oder Städte mit ins „Energieboot“ zu holen. So war schnell der Gedanke präsent, den zu gründenden Verein zunächst auf das Mangfalltal auszuweiten, um die regionale Struktur zu erweitern und Mitglieder nicht nur aus Kolbermoor zu generieren.

Doch die entscheidende Frage konnte doch noch nicht geklärt werden: „Kriegen wir genug Leute zusammen, die Zeit für den Verein investieren können?“, fragte Korndoerfer. Trotz aller positiven Tendenzen und Absichtserklärungen konnte sich keine, eine schnelle Vereinsgründung implizierende, Arbeitsgruppe finden, denn der entscheidende Faktor – „wieviel Zeit muss ich einbringen?“ – war vielen zu unsicher. Eher zurückhaltend oder unverbindlich war die Einstellung der Anwesenden in diesem Bereich, eine vielleicht insgeheim erhoffte Generalzustimmung zu einer Vereinsgründung fiel nicht.

Dennoch war man sich einig: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. In der ersten Stufe, hin zu einer Vereinsgründung, soll zunächst der Klimaschutzmanager Korndörfer mit seinen Kollegen aus Bad Aibling, Bruckmühl und Feldkirchen-Westerham Kontakt aufnehmen und ihnen die Idee einer Vereinsgründung für das Mangfalltal näherbringen.

Zugleich soll er abklopfen, inwieweit die anderen Städte oder Gemeinden ihre fachliche „Manpower“ einbringen und potenzielle Vereinsmitglieder generiert werden können. Zusammenfassend freute sich Korndoerfer über die grundsätzlich positive Resonanz zur Gründung eines Energievereins und will schon bald Gespräche führen, um danach zu einem vielleicht schon richtungsweisenden „Energiestammtisch“ einzuladen. hko

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