Kolbermoor – Bevor die Kolbermoorer Schäffler morgens in den großen Bus am Kolbermoorer Trachtenheim steigen, gibt es Kaffee und Kuchen, zubereitet vom Vereinsheimvater Franz Siegl. Gut gestärkt geht es dann los: Die Männer vom Trachtenverein Immergrün Kolbermoor – rund 15 Musiker der Blaskapelle „Am Was’n“ und 25 Tänzer, inklusive Kasperl und Organisator Rudolf Eder – starten dann in den Schäffler-Tag. Zwischen acht und zwölf Auftritte kommen am Tag im ganzen Landkreis zusammen.
Die meistgestellte Frage: Kommt ihr auch, wenn es schneit? „Klar, wir tanzen immer“, sagt Kloo. Schnee sei besser als Regen. Die Kälte macht den Männern nichts aus, aber den Instrumenten der Musiker: Und so wird eine Tuba auch mal mit Türschlossenteiser zum Spielen gebracht und eine Posaune kriegt einen Schal umgelegt.
Bisher hat es aber immer noch geklappt: Bis jetzt sind sie 108-mal aufgetreten, davon 49-mal in Kolbermoor. Alle Termine seien schön, aber einige bleiben in besonderer Erinnerung: Der im Kinderheim in Fürstätt und der einer Inklusionsschule in Oberausdorf. „Das ist schon sehr rührend, wenn sich die Kinder so über den Auftritt freuen“, sagt Organisator Eder.
Einen anderen Auftritt werden sie auch nicht vergessen: „Als wir Landrat Berthaler in der Aiblinger Klinik besucht haben“, sagt Kloo. Der habe nämlich nichts von der Schäfflertanz-Überraschung gewusst.
Schneiderin
flickt Gewänder
Nach einem Schäffler-Tag kommt dann Schneiderin Maria Unterlinner zum Einsatz und greift zu Nadel und Faden: Sie bessert aus, näht Knöpfe an und flickt Löcher in den Gewändern. Schließlich kann bei den Schäffler-Aktivitäten der Männer schon einmal das eine oder andere reißen.
Gerissen ist zwar bei Schäfflermeister Peter Kloo noch nichts, aber: „Ich habe mächtig Muskelkater.“ Kein Wunder musste er doch am Wochenende beim Tanz einspringen, da einige Tänzer krank waren. Daher schmerzt die Wade und die Arme sind auch in Mitleidenschaft gezogen.
Aber das sei nicht wichtig: Neben der Tradition des Schäfflertanzes hebt Kloo die „eng zusammengeschweißte Truppe“ hervor. Und dieses Gefühl überträgt sich auch auf die Zuschauer. Nach einem Auftritt bleiben sie stehen, reden und trinken Kaffee, essen Würstl oder Kuchen. So soll es sein: Kolbermoorer Schäffler verbinden eben – auf ganzer Linie.
Und das auch noch die nächsten Wochen: Etwa 110 Auftritte stehen noch auf dem Programm. Am 3. März ist mit dem letzten Tanz vor dem Kolbermoorer Rathaus Schluss – für sieben Jahre. Viele werden dann sentimental, erzählen Kloo und Eder. Aber nach dem Schäfflertanz ist vor dem Schäfflertanz, man trifft sich mehrmals binnen der sieben Jahre.
Ob ihnen dann langweilig ist? „Oh nein“, sagt Peter Kloo, schließlich habe er viele Termine und Rudolf Eder wird sich wieder mehr um Familie und Haus kümmern. Sind sie wieder am Schäffler-Start 2026? „Es kann so viel passieren in sieben Jahren“, sind sich die beiden einig. Aber: „Wenn wir gesund und munter sind, sind wir wieder dabei.“