Freie Fahrt? Hier müssen die Radler an der Mangfall einen Umweg fahren. Fotos Weinzierl
Kolbermoor – Wo wird es für Radler eng? Wo haben sie Angst? Wo kommen sie beispielsweise mit einem Kinderanhänger nicht durch? Antworten auf diese Fragen können die Kolbermoorer am heutigen Donnerstag ab 18.30 Uhr im Rathaus vorbringen. Die Aktion ist die Auftaktveranstaltung zum „Radverkehrskonzept“, das im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes stattfindet. Allerdings können sie nicht nur Nöte und Sorgen vorbringen, sondern auch Wünsche und Ideen.
Diese Vorschläge in puncto Radln in Kolbermoor sollen in das Konzept einfließen. „So können die Bürger selbst aktiv mitgestalten“, sagt Klimaschutzbeauftragter Martin Korndoerfer. Konkrete Beispiele seitens der Kolbermoorer sind unter anderem die Enge der Mangfallbrücken, die Friedrich-Ebert-Straße auf Höhe des Parkhauses sowie die Situation an der Staatsstraße, da es dort keine Radlwege gibt. Das sind alles Beispiele, die Korndoerfer und Christian Poitsch vom Stadtmarketing mehrmals gehört haben.
Aber noch viel mehr beinhaltet das Konzept: Kolbermoor soll ein Alltags-Radwegenetz bekommen – wie kommt man am besten von A nach B. Korndoerfer sagt, dass man beispielsweise „Einkaufsradlwege“ realisieren könnte. Ein Beispiel: Wie kommt man von der Adalbert-Stifter-Straße am schnellsten zum Lebensmittelhändler nahe der Staatsstraße? Einkaufsradlwege könnten sich beispielsweise farblich von anderen Radl-wegen unterscheiden: Schulradlweg, Freizeitsradlweg und Arbeitsradl-weg.
Obendrein könnten Wünsche der Kolbermoorer Radler sein, mehr Radlwege umzusetzen. Im Vorfeld des Abends, bereits ab 17.30 Uhr, erhalten sie Einsicht in Pläne, die von der Firma „i.n.s. – Institut für innovative Städte“ ausgearbeitet wurden. Und sie haben auch hier die Möglichkeit, Radl-routen direkt in die Pläne einzuzeichnen.
Radlverkehr
stärken
Die Stadt möchte wissen, was den Radlern wichtig ist, welche Infrastruktur sie fordern. Beispiel: Ist eine Straße seitens des Autoverkehrs beidseitig befahrbar und kein Platz für Radwege, könnten Einbahnregelungen Platz schaffen. Außerdem könnten auch Parkplätze wegfallen, um Radl-
wege auf den Weg zu bringen. Aber: „Das sind politische Entscheidungen“, so Poitsch. „Ziel ist es, den Radverkehr zu stärken.“ Denn schon jetzt seien Radler teilweise schneller am Ziel, als Autofahrer.
Aber wann könnten erste Ideen und Vorschläge umgesetzt werden? „Schilder könnte man bereits 2020 aufstellen“, sagt Korndoerfer. Er denkt da an den Karl-Daniels-Platz. Fährt man den Weg an der Mangfall auf den Platz zu, gelangt der Radler an eine Treppe – „hier könnte man Schilder aufstellen“. Die Umsetzung sei auch relativ leicht. Die Anregungen, Ideen und Vorschläge der Bürger sollen dann alle in den Plan aufgenommen werden. Präsentiert wird der Plan am 10. Mai.