Kolbermoor – Staub, Dreck und Baustelle – den Einsatzkräften der Feuerwehr Kolbermoor stehen schwere Zeiten bevor. Denn: Das Feuerwehrhaus wird saniert und umgebaut. Bei laufendem Betrieb. Jetzt steht der Zeitplan: Im August soll‘s losgehen. In drei Abschnitten wird dann gebaut – bis September 2021. Ebenfalls betroffen: die Schulturnhalle. Sie wird ab August 2020 für ein dreiviertel Jahr nicht oder nur teilweise genutzt werden können.
Es handelt sich um ein Millionenprojekt mit jeder Menge Organisationsaufwand im Hintergrund: die Sanierung des gut 30 Jahre alten Feuerwehrgerätehauses an der Hasslerstraße. Insgesamt 8,3 Millionen Euro lässt sich die Stadt das Vorhaben kosten – zum einen die Modernisierung der Feuerwache, zum anderen die Instandsetzung der Schulturnhalle, die oberhalb der Fahrzeughalle angesiedelt ist.
Startschuss fällt
im Sommer
Allein die Rundumerneuerung der Schulturnhalle wird geschätzte 2,3 Millionen Euro verschlingen. „Weil sie durch die Nebenräume, darunter den Kraftraum, deutlich größer ist als eine Standardturnhalle, die man heute bauen würde“, erklärte hierzu Bauamtsleiter Andreas Meixner, der das Projekt leitet, im Gespräch mit unserer Zeitung.
Im Sommer soll nun der Startschuss fallen für das Großprojekt, das seit gut drei Jahren im Rathaus vorbereitet wird – mit detaillierten Voruntersuchungen, Ortsbegehungen und unzähligen Besprechungen. Stets mit im Boot: die Feuerwehr, allen voran Kommandant Franz Wudy. „Die enge Abstimmung ist uns sehr wichtig, schließlich müssen wir die Feuerwehr betriebsbereit halten“, betont Meixner. Gleichzeitig soll das Vorhaben in einem straffen Zeitplan durchgezogen werden – „damit die Einsatzkräfte nicht länger als nötig mit der Baustelle leben müssen.“
Geplant sind drei Bauabschnitte: Abschnitt 1 ist mit Startschuss im August (bis Oktober 2020) der Abbruch des Schlauchturms, der Umbau des Zentralbereichs samt dem geplanten Anbau für den neuen Eingangsbereich, die Verlegung der Hausmeisterwohnung ins Dachgeschoss und die Schaffung der Büros im ersten Obergeschoss (nördlicher Gebäudeteil).
Turnhalle: Umbau
ab August 2020
Bauabschnitt 2 wird im August 2020 in Angriff genommen: mit dem weiteren Umbau des Zentralbereichs, der Umkleiden (neu: auch für Damen) und den Aufenthaltsräumen. Parallel dazu wird die Schulturnhalle rundumerneuert. Ab August 2020 bis etwa Mai 2021 wird dort entweder gar nicht oder nur eingeschränkt Schul- und Vereinssport möglich sein.
Ausweichmöglichkeiten sieht Bürgermeister Peter Kloo auf Nachfrage unserer Zeitung in den Turnhallen der Pauline-Thoma-Mittelschule und der Adolf-Rasp-Schule (Breitensteinstraße). Beide seiner Ansicht nach durchaus fußläufig zu erreichen.
Dritter und letzter Bauabschnitt wird die Sanierung der Fahrzeughalle sein: von Mai 2021 bis September 2021. Dann soll das Großprojekt abgeschlossen sein – sofern alles glatt und nach Zeitplan läuft, schränkt Bauamts-Chef Meixner ein. „Und sofern wir für alle Gewerke Firmen bekommen, niemand in Konkurs geht und wir keinen Baustopp haben, das alles haben wir leider nicht in der Hand“, weiß er aus jahrzehntelanger Erfahrung.
Doch bis überhaupt der erste Handwerker loslegen kann, steht im Rathaus noch viel an Vorbereitung an – verbunden mit Hoffen und Bangen. Zum einen steht die Baugenehmigung des Landratsamtes noch aus. Die Baueingabe erfolgte Mitte Oktober. Seitdem: warten. „Ich bin aber zuversichtlich, dass wir die Genehmigung bald erhalten“, ist Meixner optimistisch.
Europaweite
Ausschreibung
Dann muss die Regierung von Oberbayern noch ihren Segen geben – denn von ihr erwartet sich die Stadt einen stattlichen Zuschuss über mehrere hunderttausend Euro für die Turnhallensanierung. Dazu bedarf es entweder des Förderbescheids oder der Freigabe zum vorzeitigen Baubeginn.
Liegt alles vor, folgt sogleich der nächste Kraftakt: die europaweite Ausschreibung des Großprojekts – da mit Gesamtkosten von 8,3 Millionen Euro der Schwellenwert von 5,5 Millionen Euro deutlich überschritten wird. „Das hatten wir zuletzt beim Bau der Pauline-Thoma-Schule, leider sehr aufwendig, aber hilft ja nichts“, stöhnt Meixner. Was steckt dahinter? Unmengen Papierkram, eine verlängerte Angebotsfrist und zusätzlich die Veröffentlichungen von Gewerken und Vergaben über das „Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union“ mit Sitz in Luxemburg. „Da wiehert der Amtsschimmel“, meint Meixner und verdreht die Augen.
Ist alles geschafft, sind die Firmen ausgewählt, kann es endlich losgehen – auf den langen Weg zum neuen Feuerwehrhaus.