So närrisch ist Kolbermoor

von Redaktion

Heiße Zeiten und viel nackte Haut: 11er-Symposium im Mareissaal voller Erfolg

Kolbermoor – Mit Volldampf steuerte der Faschingsverein Mangfalltal (FVM) sein Narrenschiff mit dem 11er-Symposium im ausverkauften Mareissaal in die heiße Phase des Faschings, der in der Mangfallstadt unter dem Motto „Die vier Jahreszeiten“ stand.

Begrüßt vom Präsidententeam Manuel Eckert und Tom Kunth schlugen die Herzen der Narren erstmals höher, als die Prinzengarde des FVM einmarschierte. Grazile Damen in prächtigen Kostümen, dazu der Gardemarsch waren die Zutaten für den Augenschmaus, dem das Prinzenpaar Mathias II. und Stefanie II. mit dem Prinzenwalzer das Sahnehäubchen aufsetzten. Im Geleit ihrer Kindergarde zeigte sich das Kinderprinzenpaar Lukas I. und Lisa I. beim Walzer von seiner besten Seite. Der folgende Gardemarsch der jungen Ballerinas verdeutlichte wunderbar, wie gut es um den karnevalistischen Nachwuchs des FVM bestellt ist. Danach rockte die Jugendshowtanzgruppe des Veranstalters. Durch diesen Teil führten die Kinderhofmarschälle Maxi Müller und Basti Seiffert, bei den Erwachsenen tat das Hofmarschall Stefan Schöffegger.

Nur alle sieben Jahre tanzen sie, die Kolbermoorer Schäffler. Und das taten sie auch zu Ehren des noch jungen Faschingsjubilars. Schäffler- und Bürgermeister Peter Kloo ließ nach dem Reifenschwingen den Kolbermoorer Fasching „hochleben“ und freute sich schon „auf ein Neues in sieben Jahren“. So lange mussten die Gäste im Mareissaal aber nicht warten, denn Michaela Wechselberger stand schon in den Startlöchern, um von ihren Problemen mit überflüssigen Pfunden und nicht zur Figur passenden Kleidergrößen zu berichten. Ihre lustigen Lösungsansätze erzeugten eine Lachsalve nach der anderen.

Mit buntgewandeten närrischen Gästen aus Raubling ging es weiter, die Showtanzgruppe Inntal machte dem Kolbermoorer 11er ihre Aufwartung. Und der Name war Programm, denn die Show war atemberaubend. Im Outfit von „Stars and Stripes“ wirbelten sie auf der Bühne, als gäbe es kein Morgen mehr in den USA.

Vor zwei Jahren war die Kabarettistin Constanze Lindner beim Kolbermoorer Fasching. Und so war es auch heuer. Sie berichtete von ihrer Reise nach Berlin, wo sie mit einem Wolperdinger verwechselt wurde und war froh, es gerade noch in die Mangfallstadt geschafft zu haben. Drei Tage hat sie dazu gebraucht, mit ihrer „Mama als Beifahrerin, die immer so verkrampft ist“. Bei ihrer Zugabe erzählte sie von Alter und Gewicht, das nicht immer im Einklang stehe und ihr große Sorgen bereite. Bevor sie endgültig die Bühne verließ, gab sie noch weitere Lebensweisheiten zum Besten: „Was haben Weißwurst und Leggins gemeinsam – wenn der Inhalt zu heiß wird, platzen beide.“

Beim Showblock „Vier Jahreszeiten“ tanzten die Mangfalltaler entsprechend der jeweiligen Temperaturen, zum Schluss wurde es heiß, die choreografische Sonne heizte allen ein, so auch der Showtanz des Prinzenpaares Mathias II. und Stefanie II.

Von weit her kam sie, die Abordnung der Starnberger Faschingsgesellschaft Perchalla, mit ihrem Prinzenpaar Julian I. und Carmen I. Tänzerisch machte die Jugendgarde den Anfang, gefolgt vom Gardemarsch der Starnberger Prinzengarde.

Feine Klänge karnevalistischer Hochkultur kündigten den Auftritt der Faschingsgesellschaft Narrhalla aus Oberschleißheim an. Klassisch die Gardemusik, perfekte Choreografie und akrobatisch die Showelemente, der von ihren Herrschern Tomy I. und Saskia I. geführten acht Gardemädels.

Bejubelt vom Publikum stürmte der 11er-Rat der Faschingsgilde Vogtareuth den Saal. Erstmals außerhalb der närrischen Mauern um Vogtareuth, zeigten sie einen Teil ihres Programms und ernteten Applaus. Verhüllt in Bademäntel verbargen sich die „Ordensmänner“, die aber viel Bein zeigten. Der Einstieg in die 11er-Einlagen war bestens gelungen und mit ihrem „Handgeklapper“ setzten die Kolbermoorer 11er noch eins drauf. Ohne Musik, aber in bestem Rhythmus von 16 klatschenden Händen und auch Füßen war das schon beeindruckendes Faschingsentertainment.

Weiter ging es: Verrückte bunte Würmer vollführten hinter weißer Leinwand Spielchen, im Takt der Musik. Sie entpuppten sich als Nachwuchs-11er mit Coolness. Den Schlusspunkt setzten die 11er mit einer Persiflage auf die „Chippendales“. Das weibliche Publikum war aus dem Häuschen, zeigten die Männer des Kolbermoorer Faschings doch viel nackte Haut. Beim Finale sangen und schunkelten alle mit und die Zuschauer spendeten lang anhaltenden Beifall. Kurz: Ein knapp fünfstündiger Höhepunkt.

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