Neue Wohnungen für Piepmätze

von Redaktion

20 Nistkästen aufgehängt – Erstmals bekommen auch Falken einen Unterschlupf

Kolbermoor – Ein Nistkasten wiegt zehn Kilo, der nächste nur drei, einer ist braun, ein anderer schwarz und obendrein hat jeder eine andere Form. Nistkasten gleich Nistkästen war gestern. „Sie sind auf Singvögel, Raubvögel und Fledermäuse zugeschnitten“, sagt Bauhof-Mitarbeiter Simon Reiter. Er hat jetzt mit seinen Kollegen Simon Demmler und Christian Horn 20 Nistkästen am Karl-Daniels-Platz, Spinnereipark, Spinnereiinsel und der Grünanlage am Markt Holz aufgehängt. Die Nistkästen-Aktion ist ein Pilot-Projekt der Stadt, um die Vögel zu schützen. Sollten die Tiere die Behausungen gut annehmen, soll das Projekt weiter gefördert werden (wir berichteten).

Nachdem die Männer Nistkästen am Karl-Daniels-Platz aufgehängt haben, sind sie mittlerweile im Spinnereipark angelangt. Dort wird ein breiter Sperlings-Kolonie-Kasten an eine Linde genagelt. Übrigens: Nicht mit herkömmlichen Nägeln, sondern mit welchen aus Aluminium: „Sie rosten nicht und schaden daher dem Baum nicht“, sagt Reiter, der in luftiger Höhe den Kasten mit Demmler anbringt. Die Behausung ist für Sperlinge gedacht, insgesamt hat sie sechs Einfluglöcher. Kein Problem für Sperlinge: Sie brüten mit anderen Sperlingen in einer Behausung.

Ob die Vögel die Nistkästen annehmen, wird im Sommer/Herbst untersucht. Dann gehen die Bauhof-Mitarbeiter mit der Biologin Stefanie Mühl zu den Kästen und schauen, wie sie angenommen werden, „sind die Tiere weg, lässt sich an Kotspuren erkennen, wer darin gewohnt hat“.

Falken räumlich von Singvögeln getrennt

Ganz besonders ist, dass ein Falken-Kasten aufgehängt wird: Grund ist, dass auch diese Art gefährdet ist, so Reiter. Normalerweise finden Falken in alten Gemäuern oder Kirchtürmen (siehe Kasten unten) ein Zuhause. Aber die seien in Kolbermoor Mangelware. Deshalb bekommt auch Familie Falke erstmalig in Kolbermoor einen Kasten. Allerdings weit entfernt von den Singvögeln – andernfalls nisten die Singvögel nicht in den Kästen, da sie auf dem Speiseplan der Falken stehen. Und daher bezieht Familie Falke in die Grünanlage am Markholz ihre Wohnung an einer Pappel. Der Kasten der Falken ist übrigens der zehn Kilo schwer, mit extra großem Eingang und auch mit einer Streu aus Holzspan und Erde. Gemütlich!

Weibchen hat im Turm von St. Nikolaus das erste Ei gelegt

Pünktlich zum Frühlingsbeginn hat das Wanderfalkenweibchen im Turm der Kirche St. Nikolaus in Rosenheim das erste Ei gelegt. „Weitere werden nun im Abstand von zwei bis drei Tagen folgen“, sagt Falkner Erwin Heigl. Wenn alles gut geht, kann das Gelege bis zu vier Eiern anwachsen, ab dem zweiten Ei beträgt die Brutdauer circa 32 Tage. Das Wanderfalkenpaar war den ganzen Winter anwesend. Es hat zeitweise im Turm übernachtet und auch fleißig Tauben gejagt. „Ich musste das Quartier regelmäßig von Taubenfedern reinigen“, sagt der Falkner. Das Brutgeschehen können Interessierte unter www.rosenheimer-stadtfalken.de per Web-Cams und Infrarotkameras beobachten. Die Bilder werden alle zwei Minuten aktualisiert. Weil das Unternehmen Komro einen Anschluss ans WLAN spendiert hat, gibt es auch Livebilder. Fotos re

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