Kolbermoor – Die Stadt Kolbermoor und die Volkshochschule initiieren erstmals die „Umweltwochen Kolbermoor“ rund um die Stadt. Die Veranstaltung beginnt mit einem Filmabend am 3. April, weiter geht es über den Besuch des Biohofs Schlarb bis hin zu Radltouren zu den Themen Bienen, Energie, Mode und Bauern (siehe Kasten).
Der Hitzesommer 2018 war für VHS-Leiterin Ulrike Sinzinger die Initialzündung, Umweltwochen in Kolbermoor ins Leben zu rufen. Gedacht, getan. Gemeinsam mit der Hilfe des Klimabeauftragten der Stadt Martin Korndoerfer wurde ein breit gefächertes Angebot auf die Beine gestellt.
Ihre Motivation ist, „für das Thema Umwelt weiter zu sensibilisieren“, sagt Sinzinger dem Mangfall-Boten. Die große Unterstützung, die das Bienen-Volksbegehren erfahren hatte, zeigt, wie wichtig den Menschen das Thema bereits ist. Das Besondere ist, dass das Thema auch auf lokaler Ebene angepackt wird: „Global und lokal – beides ist wichtig“, sagt sie.
Und so wird einerseits der Film „Der Bauer und sein Prinz“ gezeigt: Prinz Charles ist fasziniert von ökologischer Landwirtschaft. Der Film stellt einige seiner Projekte vor. Andererseits geht es zum Biohof Schlarb. Dort erfahren die Teilnehmer, wie auf biologische Art und Weise Gemüse angebaut wird. Und das zu erschwerten Bedingungen: „Im ehemaligen Moorgebiet Gemüse anzubauen, ist eine besondere Kunst.“ Aber es gelingt. Wie? Das erfahren die Teilnehmer im April.
Es gebe vieler solcher Initiativen in der Region, so Sinzinger. Mit der Betriebsführung am Biohof Schlarb will sie beispielsweise auf Verfahren der biologischen Landwirtschaft und auf die Qualität der erzeugten Produkte aufmerksam machen. „Wenn man mehr über eine Sache weiß, gewinnt man natürlicherweise Wertschätzung und Beziehung – vielleicht wird man nun bewusster ökologische Lebensmittel verwenden.“
Neben Themen wie Mode, Bienen, Bio-Gemüse müssen die Kolbermoorer auch aktiv werden: Fünf Radltouren sind im Rahmen der Umweltwochen geplant. Los geht es mit der „Bauern-Route“ (29. Juni). Dort touren die Teilnehmer mit Martin Korndoerfer beispielsweise zum „Tropenhaus Weihenlinden“ sowie zur gemeinschaftlichen Obstpresse in Vagen.
Und was kann jeder Kolbermoorer schon jetzt tun? „Es gibt 1001 Möglichkeiten“, sagt Sinzinger. „Und die Veranstaltungen sollen jedem Anregungen geben, die er individuell umsetzen kann.“ Für die Insekten oder auch Vögel könne jeder etwas tun, denn diese brauchen immer ein Angebot an Nahrungspflanzen und Lebensräumen. Sinzinger: „Diese kann man auch schon mit einzelnen Blühpflanzen, Futterstellen, auch kleinen Insektenhotels schaffen – in jedem noch so kleinen Garten, auf jedem Balkon.“