„Ich will“ zur Förderinitiative

von Redaktion

Kolbermoorer Stadtrat verpflichtet sich zur verstärkten Innenentwicklung

Kolbermoor – „Innen statt Außen“ heißt eine Förderinitiative des Freistaats Bayern. Davon profitieren will die Stadt Kolbermoor ins besondere bei Brachland und Leerstand in Gebäuden. In jüngster Sitzung fasste der Stadtrat deshalb den Selbstbindungsbeschluss, die Innenentwicklung voranzutreiben und zugleich eine Zersiedelung in Außenbereichen zu vermeiden. Den Aufnahmeantrag für das Programm hat die Kommune bereits nach Angaben von Bauamtsleiter Andreas Meixner gestellt.

Städtebauliche

Ziele identisch

Erste Maßnahme, die davon profitieren könnte, wäre die Sanierung der ehemaligen St.-Anna-Apotheke und der Ersatzbau des ehemaligen BRK-Heims. „Jetzt geht es in einem ersten Schritt darum, auch selbst die darin geforderten Ziele für sich zu formulieren“, so Bürgermeister Peter Kloo eingangs des Tagesordnungspunktes. Die städtebaulichen Ziele von Kolbermoor und der Initiative seien deckungsgleich. „Es ist bereits gängige Praxis, Nachverdichtung im Innenbereich voranzutreiben und sparsam mit der Neuausweisung von Bauflächen im Außenbereich umzugehen“, erinnerte Kloo. Er verwies dabei auch auf die städtebaulichen Ziele bei der Aufstellung des gültigen Flächennutzungsplans (wir berichteten). Meixner war im Vorfeld bereits im engen Austausch mit der Regierung von Oberbayern und sieht gute Chancen für eine Aufnahme der Stadt in die Förderinitiative. Diese biete für Kolbermoor bessere Fördersätze als andere Programme.

Alle Bestrebungen der Stadt in den vergangenen 15 Jahren sah Sebastian Daxeder (CSU) in der Förderinitiative aufgegriffen: „Wir finden das gut.“ Hinsichtlich des Umgriffs sowie Geltungsbereichs und wer alles davon profitieren könnte, hatte er noch Nachfragen. „Diese Initiative richtet sich ausschließlich an Kommunen. Bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten können bezuschusst werden“, wusste hierzu Dieter Kannengießer (Parteifreie). Meixner ergänzte: Die etwaige Finanzspritze sei zudem von der späteren Nutzung des Gebäudes abhängig. Für eine gemeindliche Musikschule gebe es mehr Fördergelder als für städtische Wohnungen. Als Sanierungsgebiet gelte der Bereich, der auch bereits im integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept in der Städtebauförderung ausgewiesen ist. Es betrifft die komplette Innenstadt. Herto- beziehungsweise Aicherpark würden indes nicht mehr darin eingeschlossen sein, so Kloo. Dass man hier auf einem guten Weg sei und bereits im ISEK klar die Ziele der Stadt formuliert habe, darauf verwies Dagmar Levin-Feltz (SPD).

Dass darin sich wohl die Fassadensanierung nicht rentiere, monierte Kerim Bacak (Parteifreie): „Das läuft ja nicht so mit den Hauseigentümern, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Für Georg Kustermann (Grüne) war es wichtig – im Zweifelsfall per Satzungsbeschluss – das Sanierungsgebiet noch nachbessern zu können. „Das ist jederzeit per Satzungsänderung machbar. Eine Stadt lebt ja schließlich und verändert sich“, betonte der Bürgermeister. Einstimmig sprach sich der Stadtrat dann für die Teilnahme an der Förderinitiative „Innen statt Außen“ aus.

Dies soll parallel zum Entwicklungskonzept im Rahmen der Städtebauförderung von den beauftragten Architekten entwickelt werden. Ferner soll vorrangig die Nutzung von Leerstand bedrohter Gebäude und Brachflächen angegangen werden.

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