Kolbermoor – Sebastian Daxeder hatte den Ortsverband bereits viele Jahre geführt, als ein Unfall im Herbst ihm zeigte, dass Leistungsvermögen nicht selbstverständlich ist. Von einem auf den anderen Tag wurde das Leben durch Krankenhausaufenthalte bestimmt, anstatt durch das eigene Unternehmen oder eben ehrenamtliches Engagement.
„Ich bin meinen Stellvertretern Waltraud Giese, Renate Huber und Andreas Duschl sehr dankbar für die großzügige Unterstützung. Jeder Einzelne sprang mir sofort zur Seite, wenn Hilfe notwendig war“, so Daxeder bei der Jahreshauptversammlung der CSU Kolbermoor. Er habe sich gut überlegt, ob er auch in Zukunft die gewohnte Energie aufbringen können würde, um den Ortsverband in zwei entscheidende Wahlen zu führen. Die Unterstützung seiner Vorstandskollegen ermutigte ihn schließlich zur erneuten Kandidatur. 30 stimmten für Daxeder – einer enthielt sich.
Auch die drei Stellvertreter wurden im Amt bestätigt sowie der Kassier Michael Kohnle. Schriftführer wurde abermals Leonhard Sedlbauer. Lediglich bei den Beisitzern gab es Änderungen: Gerhard Duschl, Markus Egerer, Florian Eisner, Martin Elsen, Gerhard Franke, Bernhard Heinrich, Reiner Hellbach, Josef Krug, Michael Weber. Ein wichtiges Amt wurde dann noch neu besetzt: Auf Ortsgeschäftsführer Andreas Mayr folgt Michael Weber.
Mit dieser „auffallend zügigen Wahl“, wie Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig das Prozedere schloss, fühlt sich die CSU Kolbermoor gestärkt für anstehende Aufgaben. Wie sehr die CSU auf allen Ebenen verwurzelt ist, zeigte sich auch bei den Berichten aus der Kommunal-, der Bundes- sowie der Europapolitik. Aus dem Stadtrat berichtete der Orts- und Fraktionsvorsitzende Daxeder. Hier seien viele Anstöße der CSU letztlich verwirklicht worden, so zum Beispiel die Auflage zur Pflanzung heimischer Obstbäume bei Gartenanlagen von Neubauten. Bei den Bauvorhaben Kolbermoors arbeite man fraktionsübergreifend sehr gut zusammen. Dennoch wolle man künftig verstärkt darauf achten, dass nicht nur Wirtschafts-, sondern auch Wohngebäude entstünden. Immerhin seien etwa 1500 Zuzüge in den nächsten Jahren prognostiziert. Der ohnehin schon angespannte Wohnungsmarkt sollte entspannt werden. Darüber sei man sich einig.
Anschließend sahen die Anwesenden der Bundespolitik entgegen, die von der Abgeordneten Daniela Ludwig seziert wurde. Nach einleitenden Sätzen zur Regierungsbildung betonte Ludwig die „mittlerweile geräuschlose Politik im Bundesinnenministerium“. Von dort kämen Gesetzesvorschläge in hoher Schlagzahl, um dem berühmt gewordenen „Wir schaffen das“ der Bundeskanzlerin nun auch konkrete Maßnahmen zum „Wie schaffen wir das?“ hinzuzufügen. Abschließend widmete sie sich dem Thema des Brenner-Nordzulaufs. „Alle wollen den Wechsel von der Straße auf die Schiene, aber nicht vor der eigenen Haustür mit einem derartigen Megaprojekt.“
Am Ende ihrer Ausführungen kündigte Ludwig den Wechsel zur Europapolitik an. In diesem Wahljahr steht Brüssel im Mittelpunkt. Aus diesem Anlass sprach heuer die Listenkandidatin Isabella Ritter aus Kiefersfelden. Als Enkelin einer Wienerin, geboren in Rumänien und aufgewachsen in Oberbayern, könne sie die Vorteile Europas sehr gut nachvollziehen, berichtete Ritter.
Abschließend wurden langjährige Mitglieder mit Urkunden geehrt: Das fing bei 60 Jahre für Altbürgermeister Ludwig Reimeier an und endete für zehn Jahre Mitgliedschaft.