Brunnen werden aufgelassen

von Redaktion

Verfüllung der Anlagen I bis IV im einstigen Fördergebiet Pullach – Ersatz vorhanden

Kolbermoor – Für kurze Irritationen unter einigen Kommunalpolitikern sorgte der Tagesordnungspunkt „Rückbau und Verfüllung der Brunnen I bis IV im ehemaligen Fördergebiet Pullach“ im Kolbermoorer Stadtrat. Unklar war die Frage, was auf der betreffenden Wiese genau entstehe und ob die Versorgung ohne dieses „Polster“ gewährleistet sei.

Aber von Anfang an: Das Kolbermoorer Trinkwasser wird aus den Brunnen in der Willinger Au gespeist. „Zwei Brunnen gehören dort uns. Das reicht auch aus und im Notfall gibt es den Verbund mit den benachbarten Kommunen, der uns aushelfen würde“, betonte Bauamtsleiter Andreas Meixner.

Angebote

lagen bereits vor

Für den Rückbau der vier Brunnen im ehemaligen Trinkwassergewinnungsgebiet Pullach wurden nun im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung sieben Firmen zur Angebotsabgabe aufgefordert. „Zum Eröffnungstermin am 12. März wurden vier Angebote eingereicht“, erläuterte Bürgermeister Peter Kloo. Mindestbieter sei die Firma Abt Wasser- und Umwelttechnik aus Mindelheim mit einer Angebotssumme von rund 178400 Euro. „Die Firma ist als fachkundig und zuverlässig bekannt“, lautete das Urteil der Verwaltung. Aber: In der Kostenberechnung war für den ausgeschriebenen Leistungsumfang ein Betrag in Höhe von rund 158000 Euro vorgesehen. „Es ergibt sich damit eine Kostenmehrung von 20600 Euro beziehungsweise 12,99 Prozent“, rechnete Kloo vor. Dies könne man aber leider nicht ändern, konstatierte er. Die Verwaltung empfahl deshalb die Vergabe des Auftrages an die Firma Abt. Dieser folgte das Gremium auch einhellig.

Was aber aus dem 40000 Quadratmeter großen Areal werden wird, war für einige Stadträte unschlüssig. „Wiese“, betonten Meixner und Kloo unisono. Das Gelände liegt im Außenbereich und habe einen hohen Grundwasserstand. „Das wäre städtebaulicher Humbug“, so Meixner gegenüber unserer Zeitung. Eventuell würden dort aber beispielsweise Ausgleichsflächen entstehen. Reiner und sauberer – aufgrund der bisherigen hohen Wasserschutzgebietauflagen – als dort könne man kein Gelände für Flora und Fauna haben. Auch ein Grundstückstausch mit einem Nachbarn wäre vorstellbar.

Wie berichtet, gibt es in der Willinger Au elf Trinkwasserbrunnen, die zusammen über 120000 Einwohner versorgen. Pro Sekunde werden dort 289 Liter gefördert, das entspricht einer Fördermenge von 9,1 Millionen Kubikmetern pro Jahr. Die Stadtwerke Rosenheim betreiben fünf Brunnen mit zusammen 6,25 Millionen Kubikmetern pro Jahr, die Stadtwerke Bad Aibling drei Brunnen mit 1,7 Millionen Kubikmetern pro Jahr und die Stadt Kolbermoor schließlich zwei Brunnen mit 1,15 Millionen Kubikmetern pro Jahr.

Gespeist wird das Grundwasserreservoir im Wesentlichen durch Niederschläge (im jährlichen Mittel 511 Liter pro Sekunde), durch Zulauf vom Irschenberg (218 Liter pro Sekunde), unterirdischen Zulauf von Westen (190 Liter pro Sekunde), der Mangfall mit erheblichen 402 Liter pro Sekunde sowie schließlich vom Triftbach mit 73 Litern pro Sekunde und weiteren kleineren Bächen und Zuflüssen mit 30 Litern pro Sekunde.

Das Kolbermoorer Trinkwasser wird zweimal jährlich, im Frühjahr und im Herbst, beprobt und die Ergebnisse jeweils auf der Internetseite des Wasserwerks veröffentlicht.

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