Kolbermoor – Professor Dr. Hannes Heindl (82) kann es nicht fassen, dass das Kolbermoorer Denkmal von Ludwig II. umgestürzt ist (wir berchteten mehrfach). Noch weniger, dass die Reparatur so lange dauern soll, schließlich ist das Kolbermoorer Denkmal „einzigartig“, so Heindl, der Vorsitzender des „Königs-Ludwig-Clubs München“ ist. „Dass Ludwig in zivil dargestellt ist, ist einmalig.“ Ja, der König trägt weder Samt noch Pelz, sondern einen Gehrock – „so ein Denkmal in zivil gibt es nirgendwo sonst“, so Hannes Heindl. Alle anderen Denkmäler zeigen den Monarchen beispielsweise im Hermelinmantel.
Er kennt Ludwig II. seit er denken kann. Schließlich lebte er als Kind am Starnberger See und hat immer in Richtung Roseninsel geschaut. Auch sein Großvater erzählte von ihm und seinem tragischem Ende. Heindls Opa hatte Fotos von Ludwig und dessen Bruder Otto in seinem Büro stehen.
Heindl half bei
der Kini-Schau
Als Jugendlicher sollte Heindl dann auf Wunsch seines Großvaters seine Haare ganz kurz schneiden lassen. „Aber ich habe ihm gesagt, dass ich so eine Frisur wie Ludwig möchte, der hatte auf dem Bild meines Großvaters längere Haare“, erinnert er sich. Also blieben die Haare dran.
Heindl sammelt alles rund um den Wittelsbacher. So kam es, dass er 1986 von Horst Rivier, dem damaligen Leiter des Kolbermoorer Heimatmuseums, angeschrieben wurde, um gemeinsam eine König-Ludwig-Schau in Kolbermoor zu initiieren.
Gefragt, getan: Pünktlich zum 100. Todestag Ludwigs konnte die Schau in Kolbermoor eröffnet werden. Und gezeigt wurde eine Menge: das „intimste“, wie Heindl es nennt, war ein Teilstück des Kahns des Fischers Jakob Lidl, der die Leiche des Königs aus dem Starnberger See gefischt hat.
Darüber hinaus Ludwigs Füllfederhalter, 16 Originalbriefe aus dem Jahre 1886, Fotos und eine Brieftasche des Monarchen. „Sie ist aus blauem Samt mit einem silbernen Schwan bestickt“, so Heindl. Der Inhalt? „Briefe von Wagner.“ Heute ist die allerdings im Besitz der Bayerischen Schlösserverwaltung, so Heindl, der die Objekte für die Kolbermoorer Schau ausgeliehen hat.
Gezeigt wurde auch eine Totenmaske des Monarchen – „ein Abguss aus Gips vom Original“. „Ich habe sie einst vom Vorsitzenden des König-Ludwig-Vereins bekommen“, sagt er. Dieses Objekt vermachte Heindl dann dem Kolbermoorer Heimatmuseum – heute ist die Maske noch dort zu sehen, ebenso wie der Plan vom Denkmal und Bilder des Märchenkönigs.