Pang/Kolbermoor – Einer neuen Zeit geht der Seniorenverein Pang, bei dem auch viele Kolbermoorer dabei sind, entgegen. Denn seit Sonntagnachmittag steht fest: Auch Frauen haben jetzt Stimmrecht und können als vollwertige Mitglieder aufgenommen werden. Damit ist nicht nur der Fortbestand des Vereins wahrscheinlicher geworden – es hat am Ende doch die Gleichberechtigung Einzug gehalten. Das erste weibliche Mitglied ist bereits aufgenommen.
Nach der Entscheidung im Panger Kirchenwirt fühlt sich Albert Obermaier (71) richtig gut. Ein verschmitztes Lächeln zieht über das Gesicht des Vereinsvorsitzenden, als er vom Nachmittag beim Wirt und von der Jahreshauptversammlung erzählt. Von diesem beinahe schon historischen Moment in der rund 100 Jahre alten Vereinsgeschichte. Von diesem Moment, als feststeht, dass die Mehrheit der Mitglieder dafür ist, auch Frauen in den Verein aufzunehmen und die Satzung entsprechend zu ändern. Das Ergebnis spricht eine klare Sprache: Bei einer ungültigen Stimme votieren 29 Senioren für die Frauen, zehn dagegen.
Für Albert Obermaier ein Schlussstrich unter eine Debatte, die durchaus scharf geführt worden war. „Seit drei Jahren haben wir rauf und runter diskutiert. Jetzt ist die Sache entschieden.“
Und erzählt, dass die Gräben zeitweise so tief gewesen seien, dass sich die beiden Lager beim Stammtisch gegenseitig beleidigt hätten. Während die einen wetterten, was „die Weiber“ im Verein zu suchen hätten, argumentierten die anderen mit gewissem Zeitgeist, der letztlich ja auch dem Verein zu Gute käme. Denn dass der seine Blütezeit mit 300 Mitgliedern hinter sich gebracht hat, ist eine Tatsache. Heute gehören noch 196 Senioren dazu. Jedes neue Mitglied ist wichtig. Umso mehr freut sich Obermaier über die „Frau mittleren Alters“, die seit Sonntag als erstes weibliches Mitglied eingetragen ist. Sie ist die Frau eines Vereins-Seniors.
Mehr über sie will er nicht verraten. Aber froh ist er doch darüber, dass nun Frauen dabei sein können beim Abendstammtisch und auch bei der Jahreshauptversammlung. Dass sie mitstimmen und auf diese Weise auch etwas bewegen können. Für die Zukunft nämlich hat Obermaier regelrecht Visionen: Sollten sich weitere weibliche Mitglieder finden, hofft er auf eine „Frauenfraktion“.
Eine Riege also, aus der heraus sich auch einmal Vorschläge für die Vorstandschaft entwickeln könnten. Das sei für ihn „selbstverständlich“, sagt er. Zumal er nicht davon ausgeht, dass sich die Satzungsänderung noch einmal ändern könnte. „Ein reiner Männerverein, das ist einfach nicht mehr zeitgemäß gewesen.“bw