Kolbermoor – Er ist schwarz glänzend, hat extrem lange Fühler – und er ist der sichere Tod für Obstbäume: der Asiatische Moschusbockkäfer. Der aus Asien eingeschleppte Schädling hält seit einigen Jahren Kolbermoor in Atem. Unzählige Bäume mussten bereits gefällt werden. Das Landwirtschaftsamt (LfL) und die Stadt Kolbermoor laden nun am Donnerstag, 9. Mai, 19 Uhr, zur Infoveranstaltung in den Mareissaal ein.
Thema der Veranstaltung: Die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) aktualisiert die Allgemeinverfügung als Rechtsgrundlage zur Bekämpfung des Asiatischen Moschusbockkäfers.
In Kolbermoor und Rosenheim wurden erstmals 2016 Käfer und Larven des Asiatischen Moschusbockkäfers und befallene Gehölze gefunden (wir berichteten). Dies war der erste amtlich bestätigte Befall in Deutschland. Im Zuge der Bekämpfung dieses gefährlichen Baumschädlings, der insbesondere Kirsch- und Pflaumenbäume („Prunus-Gehölze“) befällt, wurde nun im April die neue Allgemeinverfügung der LfL veröffentlicht. Die Neufassung war aufgrund eines neuen EU-Durchführungsbeschlusses notwendig, um die Rechtssicherheit im betroffenen Gebiet zu gewährleisten.
Der Verfügung liegt eine überarbeitete Karte des Befallsgebietes bei. Die wichtigsten Neuerungen stellen die Experten der LfL nun in der Infoveranstaltung am kommenden Donnerstag in Kolbermoor vor. Dazu gehören Informationen über den Käfer und seine Lebensweise, die aktuelle Situation im Befallsgebiet und wesentliche Neuerungen durch die Allgemeinverfügung.
Der EU-Durchführungsbeschluss zum Asiatischen Moschusbockkäfer enthält Maßnahmen zum Schutz der Union gegen die Einschleppung und Ausbreitung des Schädlings. Anlass für seine Erstellung war laut LfL das Ziel, die Maßnahmen gegen den Schädling EU-weit zu harmonisieren. Weitreichende Vorgaben brachte der Beschluss unter anderem zu der Festlegung und dem Aufbau der Quarantänezone (Befalls- und Pufferzone) sowie zur Verwendung von Pflanzen, Pflanzenteilen und Holz von Steinobstgehölzen der Gattung Prunus. Rosi Gantner