Kolbermoor – Im Bayerischen Wirtschaftsarchiv in München hat Anton Hamberger Notizen des Spinnerei-Direktors Rudolf Hausenblas zu Kriegsende entdeckt: Die Unterlagen starten am 29. April 1945 und enden am 30. Mai. Im Mangfall-Boten werden sie jetzt veröffentlicht. Überschrieben sind sie mit „Bericht über die Vorgänge im Betriebe bei der Besetzung von Kolbermoor durch die USA-Truppen“.
„Mittwoch, den 16. Mai. Das schöne Frühlingswetter hält an. Unsere Arbeiter zeigen noch keine Lust zur Arbeit. Die Männer wollen die trockenen Tage dazu benützen, sich einen Torfvorrat für den Winter zu schaffen. Nach Pfingsten wollen sie die Arbeit wieder aufnehmen, soweit eine solche für sie vorhanden ist.
Die Wohnungen in den beiden beschlagnahmten Arbeiterhäusern sind immer noch besetzt. Der Gemeinschaftsraum wird von den dort lagernden Flachsgrünwergballen entleert. Auch die Kegelbahnräume werden hergerichtet, um sie eventuell als Quartier benützen zu können. Die Ausgangszeit wurde bis 21 Uhr verlängert. Die Sperrzeit gilt seit einigen Tagen auch für Ausländer.“