Bunt und fröhlich gegen Rassismus

von Redaktion

Mangfallschule Kolbermoor Festakt zur Titelverleihung „Schule ohne Rassismus“

Kolbermoor – Gegen Rassismus und Diskriminierung, für eine bunte Gesellschaft – dafür steht die Mangfallschule Kolbermoor. Der Grundschule an der Rainerstraße mit ihren rund 280 Schülern in 13 Klassen wurde jetzt im Rahmen einer Feierstunde im Mareissaal der Titel „Schule ohne Rassismus“ verliehen.

Seit gut einem Jahr hat die Mangfallschule auch offiziell Rassismus und Diskriminierung den Kampf angesagt – und ist dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beigetreten. Ziel: sich den Titel „Schule ohne Rassismus“ zu erarbeiten und couragiert gegen Diskriminierung vorzugehen.

Unterschriften gegen Diskriminierung

Dazu führte man verschiedene Projekte durch – und sammelte überdies Unterschriften von Schülern und Eltern. Sie sollten damit verpflichtend erklären, sich gegen Rassismus und Diskriminierung einzusetzen. Über 80 Prozent hätten dies unterzeichnet, verkündete Rektorin Christa Wagner im Rahmen der Feierstunde nicht ohne Stolz. Und die übrigen 20 Prozent? Gab es etwa Verweigerer? „Mitnichten“, verneint die Rektorin auf Nachfrage unserer Zeitung. Die fehlenden Unterschriften seien einzig Krankheitsfällen oder Abwesenheiten geschuldet.

Umso größer nun die Freude an der Schule: Alle Kriterien zur Aufnahme ins Netzwerk sind erfüllt, der Titel konnte in Empfang genommen werden – als immerhin neunte Schule im Landkreis, zehn weitere sind noch Anwärter auf den Titel. Insgesamt, vermeldete Michael Schneider-Velho, der als Regionalkoordinator des Netzwerks „Schule gegen Rassismus“ die Auszeichnung überbrachte, sei der Zulauf in den vergangenen zehn Jahren enorm angestiegen. Allein bayernweit hätte sich die Anzahl der beteiligten Schulen in diesem Zeitraum von 30 auf inzwischen knapp 120 vervielfacht; deutschlandweit sind aktuell über 3000 Schulen in dem Netzwerk aktiv. „Ich freue mich sehr darüber, dass bereits im jungen Alter damit begonnen wird, gegen Diskriminierung und Rassismus einzutreten“, bekannte der Regionalkoordinator, der in seiner Rede vor den Kindern unter anderem auch auf die Bedeutung von Anders-Sein einging: „Irgendwie sind wir doch alle anders – und dennoch gleich viel wert.“

Ziel der Initiative ist Schneiders Worten zufolge eine Gesellschaft, in der Menschen nicht ausgegrenzt werden.

„Das Bunte macht unsere Schule aus.“

Eine fröhliche, bunte Schulgesellschaft will auch Christa Wagner mit der Mangfallschule verkörpern – und veranschaulichte dies den Schülern und Ehrengästen mit Auszügen aus dem Buch „Kennt Ihr Blauland?“. Aus einer einst eintönigen, in sich zufriedenen Gesellschaft wird durch bunte Impulse eine letztendlich farbenfrohe, fröhliche Welt – weil sich beide Seiten angenommen, lieb gewonnen hatten. „Das Verschiedensein, das Bunte ist der Reichtum unserer Schule“, betonte die Rektorin. „Das ist es, was unsere Schule ausmacht.“

Anerkennende Worte für das Projekt fand Bürgermeister Peter Kloo, der zudem auf die „besondere Geschichte“ der Stadt Kolbermoor einging: Ein Ort, der entstanden ist, indem viele unterschiedliche Menschen hierher gekommen sind, um eine Fabrik aufzubauen, die Baumwollspinnerei. „Die Leute kamen aus Böhmen, aus Mähren, aus dem Elsass, aus Norditalien, unterschiedliche Kulturen und Religionen, sie alle haben sich zusammengetan, um einen Ort aufzubauen, der ein sehr schöner Ort geworden ist.“

Den Schülern wünschte er viel Erfolg beim gemeinsamen Eintreten und Kämpfen für eine bunte Gesellschaft. Mit fünf Eishockey-Cracks aus der ersten Mannschaft plus Vorstandsmitglied Daniel Malguth waren die Starbulls Rosenheim auf der Feierstunde vertreten – denn der Rosenheimer Eishockeyclub ist offizieller Pate der Mangfallschule im Kampf gegen Rassismus. „Wir sind mächtig stolz da-rauf, die Patenschaft zu haben“, freute sich denn auch Daniel Malguth in seinem Grußwort. Auch bei den Starbulls hätten Solidarität und Courage einen hohen Stellenwert. Er beglückwünschte die Schüler, dass sie gemeinsam gegen Diskriminierung einstehen wollen – „und wir freuen uns sehr, Euch dabei tatkräftig unterstützen zu dürfen.“

Starbulls-Spieler

als Paten vor Ort

Hoch begehrt waren im Anschluss die Autogramme der Starbulls-Cracks Lukas Steinhauer, Daniel Bucheli, Henry Wellhausen, Dusan Frosch und Matthias Bergmann. Entsprechend lange Schlangen bildeten sich vor den Tischen in der Mangfallschule – und ließen so manch einen Schüler das vom Elternbeirat vorbereitete, ausgiebige Buffet vergessen.

Doch zurück zur Feierstunde: Auch die Schüler taten ihr Übriges, um die Titelverleihung gebührend zu feiern, und hatten in wochenlanger Probenarbeit eigene Gedanken, Lieder und gar ein Gebet einstudiert, die teils zum Mitmachen animierten, aber auch zum Nachdenken anregten.

Für besondere Momente sorgten zudem Thomas Holzer und sein Freund Serge aus Benin, beide in München lebend, die als Vertreter des „Lingala-Chores“ Lieder aus dem Kongo und Togo zum Besten gaben – Gänsehautfeeling inklusive. Tosender, gewiss auch ehrlicher Applaus war allen Pro-tagonisten sicher.

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