Kolbermoor – Gerade erst hat die Stadt die Schulden binnen fünf Jahren von etwa 29 Millionen Euro (2013) auf 16 Millionen Euro (2018) abgebaut – 2019 sind sie wieder da. Hintergrund: Der Vermögenshaushalt beträgt heuer im Ansatz 25,4 Millionen Euro – im Vorjahr waren es 16,8 Millionen Euro. Aber: „Es ist eine Investition in die Zukunft“, sagt Bürgermeister Peter Kloo (SPD).
Schließlich seien einerseits rund 8,3 Millionen Euro für Baumaßnahmen geplant, wie Sanierung der Feuerwehr Kolbermooor (rund 2,6 Millionen Euro), Wohn- und Geschäftshaus am Rathaus (etwa 2,9 Millionen Euro), Neubau Feuerwehrhaus Pullach (rund 1,5 Millionen Euro), Bahnhof (circa 1,6 Millionen Euro), Werkssiedlung (885000 Euro) und Sanierung Turnhalle Mangfallschule (500000).
Andererseits hat die Stadt 6,6 Millionen Euro aufgenommen, um „zuschlagen zu können, wenn es soweit ist“, sagt Kloo. Das heißt: Die Stadt will ein Grundstück von rund sieben Hek-tar kaufen. Diese 6,6 Millionen Euro stehen also bereit, wenn es zu einem Vertragsabschluss kommt. Wenn alles klappt, sollen dort geförderte Wohnungen und Gewerbe entstehen. Und wenn nicht? „Dann fallen diese Schulden weg“, so Kämmerin Irmgard Pross-Kohlhofer.
Gesamthaushalt:
73 Millionen Euro
Die Stadt hat heuer einen Gesamthaushalt von rund 73 Millionen Euro (62 Millionen Euro/2018): 48 Millionen beträgt der Verwaltungshaushalt – ein Plus von etwa drei Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. „Die Ausgaben steigen“, so Bürgermeister Kloo. Kurz: „Kolbermoor wächst, und die Stadt wächst mit.“
Die größte Einnahmequelle der Kommune ist die Einkommenssteuer, die heuer bei 11,7 Millionen Euro liegt – 2018 lag sie bei 11,5 Millionen Euro. Die zweitgrößte Einnahmequelle ist die Gewerbesteuer mit neun Millionen Euro, 2018 lag sie bei 9,5 Millionen. Ein Rückgang? „Wir rechnen lieber konservativ“, so die Kämmerin.
Als drittes Standbein zeigt sich heuer die Schlüsselzuweisung mit 3,1 Millionen Euro. Das ist eine Erhöhung von 54 Prozent. 2018 lag sie bei 1,7 Millionen. Die große Differenz ist leicht zu erklären: „Es ist einfach mehr Geld im System, deshalb steigt diese Einnahme“, sagte Kloo im Stadtrat im Hinblick auf eine Entscheidung des Freistaates, den Kommunen heuer deutlich mehr Geld zur Verfügung zu stellen.
„2019 ist ein anstrengendes Jahr, aber wir können es bewältigen“, so Kloo. „Es ist ein solider Haushalt.“ Dem stimmt auch Stefan Reischl (Parteifreie Kolbermoor) zu: „Es sind sinnvolle und nachhaltige Projekte für die Zukunft.“ Gremiumsmitglied Andrea Rosner (Grüne): „Grunderwerb ist Kapital für die Zukunft.“ Dagmar Levin (SPD) sagt, dass „der Haushalt groß und opulent ist“. Darüber hinaus: „Ich will uns alle loben, die Zusammenarbeit ist engmaschig, deshalb funktioniert es.“ Bürgermeister Peter Kloo ergänzte: „Der Kolbermoorer Stadtrat hält in großen Dingen zusammen. Wir alle.“ Daher war man sich auch fraktionsübergreifend bei der Absegnung des Haushaltes einig.