„Schütteln, aufstehen, weitergehen“

von Redaktion

Interview Peter Kloo (56) möchte nochmal als Bürgermeister kandidieren

Kolbermoor – Bürgermeister Peter Kloo (56) will es noch mal wissen und hat für sich entschieden, im Frühjahr 2020 noch mal als Bürgermeister zu kandidieren. Seit 2002 ist der SPD-ler im Amt. 17 Jahre also. Welches Projekt er als erneuter Rathauschef angehen möchte und ob auch sein Sohn Ambitionen hat, verrät Bürgermeister Kloo hier.

Herr Kloo, Sie möchten noch mal Bürgermeister werden?

Ich habe überlegt, ob ich es noch mal machen möchte – es wäre dann die vierte Periode als Bürgermeister. Tue ich mir das an, habe ich mich aber auch gefragt.

Und eindeutig mit ja beantwortet.

(lacht) Ja, denn mir macht es wirklich Freude, auch wenn es viel Kraft und Energie kostet.

Hierzu gehört sicherlich das Krematorium.

Es ist eine Zusatzarbeit für die Verwaltung, um den Bürgerentscheid durchzuführen. Es ist schwierig, wenn seitens der Gegner mit Halbwissen argumentiert wird und dadurch die Emotionen hochkochen.

Welches wäre das wichtigste Projekt in der kommenden Amtszeit?

Aus dem Bereich von der Hasslerstraße bis zum Rathaus eine Innenstadt-Meile zu machen. Dort soll einfach die Aufenthaltsqualität erhöht werden. Aber ob das in den nächsten sechs Jahren zu realisieren ist, wird sich zeigen. Aber das wäre mir ein großes Anliegen.

Notfalls machen Sie die sechste Amtsperiode.

(lacht) Nein, das mache ich nicht. Wichtig ist nur, dass wir innerhalb der Parteien Nachwuchs bekommen. Dieses Problem sehe ich wirklich innerhalb vieler Parteien.

Welches war Ihr größter Erfolg bisher?

Einer der Höhepunkte war natürlich die Spinnerei: Aus dieser Industriebrache etwas zu schaffen, wo mittlerweile wieder viele Arbeitsplätze entstanden sind – und die Werkssiedlung. Das war harte Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Und natürlich, dass wir den Bahnhof gekauft haben – so haben wir die große Chance, auch in der Mitte der Stadt etwas zu planen und die Schulsanierungen sowie die Ganztagsbetreuung, die haben wir auch auf den Weg gebracht.

Was war die größte Niederlage in Ihrer Amtszeit als Bürgermeister?

Mit einer knappen Mehrheit wurde damals beschlossen, das Kolbermoorer Rathaus nicht auf dem Spinnereigelände zu bauen, dass hatten meine Mitstreiter und ich ja gewollt. Aber so ist Demokratie. Man muss sich schütteln, aufstehen und weitergehen. Man kann sich nicht einfach zurücklehnen und beleidigt sein. Quasi, so als hätte jemand einem die Schaufel weggenommen. Wir sind ja hier nicht im Kindergarten.

Hat Ihre Partei Sie schon aufgestellt?

Nein. Aber als ich bei der Versammlung signalisiert habe, dass ich es noch mal machen würde, haben sie wohlwollend gelächelt.

Was passiert, wenn die Bürger Sie nicht wählen?

Meine Existenz hängt nicht an meinem Beruf. Die Energie, die ich jetzt in das Amt investiere, kann ich auch zu Hause einsetzen – für die Familie. Und wenn mich die Wähler nicht noch einmal wählen, dann ist ein anderer an der Reihe.

Ihr Sohn?

Er hat keine Ambitionen, aber die hatte ich in seinem Alter auch noch nicht. Interview: Ines Weinzierl

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